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die bank 03 // 2017

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

REGULIERUNG Moritz

REGULIERUNG Moritz Römer arbeitete nach seinem Studium als Organisationspsychologe in der Organisationsberatung und Personalentwicklung. Seit 2013 ist er Spezialist für Verhalten und Kultur bei der Aufsicht der Niederländischen Zentralbank (De Nederlandsche Bank). Er untersucht und beaufsichtigt das Verhalten und die Kultur in den unter Aufsicht fallenden niederländischen Finanzinstituten (Banken, Versicherer, Pension Funds und Treuhandstellen). Des Weiteren schreibt er an seiner Dissertation über Führungskräfte als dritte Partei in Konflikten zwischen Mitarbeitern. ren, welches Verhalten gewünscht ist und welches nicht, damit diese ihr Verhalten daran entsprechend ausrichten. Römer: Eine Risikokultur lässt sich sehr gut beschreiben anhand von Verhaltensmustern, die typisch sind für das bestreffende Institut, z. B. inwieweit es normal ist, über eigene Fehler zu sprechen, inwieweit Kollegen einander auf Fehlverhalten ansprechen, Zweifel zugestanden werden oder es die Möglichkeit gibt, Dilemmas zu besprechen. Aus der Beschreibung solcher Muster ergeben sich mitunter gewisse Risikopotenziale. Des Weiteren schauen wir als Aufsicht, inwieweit die beste- hende Risikokultur die vorgegebene Strategie und den Risikoappetit ermöglicht. Das bedeutet, dass eine Risikokultur nicht absolut bewertet wird, sondern im Kontext des spezifischen Instituts. die bank: Was machen Sie konkret mit den Ergebnissen Ihrer Beurteilungen? Römer: Unsere Prüfungen können sich neben der Risikokultur auch auf die Effektivität des Vorstands, auf den Kulturwandel oder das Integritätsklima erstrecken. Ziel der Arbeit ist es, die Risiken auf einem dieser Gebiete zu identifizieren und nachhaltig zu reduzieren. Die Ergebnisse unserer Prüfungen besprechen wir mit den relevanten Gremien sowie Vorstand oder Risikoausschuss. Von diesen Gremien erwarten wir Lösungen, risikoreiche Verhaltensmuster und ihre kulturellen Grundlagen zu ändern. Diese Lösungen reichern wir teilweise auch an, oder wir unterstützen das Institut beim Erarbeiten dieser Lösungen. Im Einzelfall können wir aber auch intervenieren. die bank: Frau Steinbrecher, Herr Römer, haben Sie vielen Dank für dieses Interview. Die Fragen stellte Stefan Hirschmann. RISIKOKULTUR GEMÄSS MARISK 6.0 Im Rahmen der jüngsten MaRisk-Überarbeitung hat das Bankmanagement künftig verstärkt für eine angemessene Risikokultur innerhalb des Instituts Sorge zu tragen. Diese Anforderung hat ihren Ursprung im Erwägungsgrund 54 der Bankenrichtlinie CRD IV, wonach die Institute Grundsätze und Standards einführen sollen, die eine wirksame Kontrolle von Risiken durch die Leitungsorgane gewährleisten. Diese Grundsätze sollen, als Teil eines wirksamen Risikomanagements, eine solide Risikokultur auf allen Unternehmensebenen fördern. Auch die EBA-Leitlinien zu gemeinsamen Verfahren und Methoden für den aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess (SREP) erwarten eine Überprüfung der Risikokultur der Institute durch die zuständige Aufsichtsbehörde und setzen damit voraus, dass Institute eine angemessene Risikokultur als Teil ihres Risikomanagements implementiert haben. In den neuen MaRisk regelt diesen Aspekt das Modul AT 3 Tz. 1. Mit dem Konzept der angemessenen Risikokultur wird kein neuer Risikomanagementansatz angestrebt. Viele Elemente waren bereits vorher in den MaRisk vorhanden, wie z. B. die Festlegung strategischer Ziele und des Risikoappetits. Der eigentliche Inhalt einer angemessenen Risikokultur gehe aber weiter. Die Überarbeitung soll die bewusste Auseinandersetzung mit Risiken noch fester in der Unternehmenskultur der Institute verankern und sowohl bei der Geschäftsleitung als auch bei den Mitarbeitern auf den verschiedenen Ebenen des Instituts ein Risikobewusstsein schaffen, das das tägliche Denken und Handeln prägt. Dies beinhaltet auch den kritischen Dialog innerhalb des Instituts. Eine angemessene Risikokultur setzt im Idealfall ein offenes und kollegiales Führungskonzept voraus. Wesentlich ist es daher, Mitarbeiter dazu zu motivieren, sich entsprechend dem Wertesystem und dem Verhaltenskodex zu verhalten und innerhalb der festgelegten Risikotoleranzen zu agieren. 44 03 // 2017

REGULIERUNG Intensivseminar Überblick über Basel IV Das Intensivseminar vermittelt einen Überblick über den aktuellen Stand der Konsultationspapiere des Basel IV-Rahmenwerks, unter anderem zur Überarbeitung des KSA, zum neuen Standardansatz für Kontrahentenrisiken (SA-CCR), zur Überarbeitung des Verbriefungsregelwerks, zum Fundamental Review of the Trading Book, dem neuen CVA-Rahmenwerk, dem neuen Standardansatz für das Op- Risk, den Kapitalanforderungen für Zinsänderungsrisiken im Bankbuch (IRRBB), den neuen Floor- Regelungen, den geänderten Offenlegungsvorschriften sowie sonstigen aktuellen Änderungen. Zielgruppe: Mitarbeiter und Führungskräfte in den Bereichen Risikomanagement (Kredit-, Marktpreis- und operationelles Risiko), Finanzen/Meldewesen, Controlling, Compliance und Innenrevision. Grundkenntnisse der bankaufsichtsrechtlichen Vorgaben zur Ermittlung der risikogewichteten Aktiva werden vorausgesetzt. Referent: Stefan Röth, Senior Manager im Bereich Regulatory Management bei PwC in Deutschland. Donnerstag, 27. April 2017, 09:00 bis 17:00 Uhr Donnerstag, 21. September 2017, 09:00 bis 17:00 Uhr Information und Anmeldung: Tel.: 0221-5490-133 (Stefan Lödorf) | events@bank-verlag.de Jetzt anmelden www.risiko-manager-trainings.com IN KOOPERATION MIT 03 // 2017 45

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