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die bank 03 // 2017

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT überfrachten

MANAGEMENT überfrachten und doppelt ansprechen.“ Eine Herausforderung ist das allemal, weil mit Hersteller, Händlern und Bank gleich drei Parteien um dessen Gunst buhlen. Testen wollen die Münchner künftig einen sogenannten Car-Butler für Leasingkunden der BMW 7er-Reihe. Geht der Fahrer auf eine Dienstreise, wird er zum Airport gebracht und abgeholt, in der Zwischenzeit reinigt der Butler das Auto, natürlich innen und außen, und kümmert sich auch noch um die schmutzige Wäsche. Dienstleistungen, die bei Bedarf beliebig erweitert werden können. Dass der Drang nach Convenience selbst bei zeitlich sehr eingespannten Kunden trotzdem an Grenzen stößt, ist Cohrs bewusst. „Die monatliche Leasingrate ist von extrem hoher Bedeutung.“ Eingestellt wurde deshalb auch das „Duo-Leasing“, ein Vertrag, der im Winter einen Off-Roader und im Sommer ein Cabriolet beinhaltete. Cohrs: „Ein netter Gag, aber wegen der zwei Abschreibungen letztlich viel zu teuer.“ Wenige Experimente wagen die Banker hingegen im Einlagengeschäft, dessen Volumen Ende Oktober 2016 bei 8,45 Mrd. € lag. Die Kunden können hierbei zwischen Tagesgeld, Sparkonto, Sparbrief und Festgeldern wählen. Zusätzlich steht ein Wertpapierdepot bereit, wobei das sogenannte „BMW Premium Depot“ seit 2011 in Kooperation mit der Augsburger Aktienbank angeboten wird. „Von der Vermögensverwaltung hatten wir uns viel versprochen“, räumt Cohrs ein. Die Hoffnungen hätten sich aber nicht erfüllt. Das Einlagengeschäft insgesamt sei jedoch ein wichtiger Bereich für die Bank. „Wir vergrößern dadurch unser Produktangebot, führen neue Kunden an die Marke heran und haben uns eine weitere Refinanzierungsmöglichkeit erschlossen.“ Last but not least sei es ein Ertragsbringer, wenngleich dieser Teil des Geschäfts in Zeiten der Niedrigzinsen nicht einfach sei. „Bei unseren Konditionen versuchen wir, möglichst weit oben mitzuspielen“, sagt Cohrs. FAZIT Wie alle Automobilhersteller treibt auch deren Banker die Zukunft der Mobilität um und damit deren Finanzierung. Dabei werden die Mobilitätskonzepte nicht nur das eigene Auto, sondern auch private Wagen anderer Fahrer, Mietautos, Carsharing oder öffentliche Verkehrsmittel einbeziehen. Möglich werden solche Lösungen durch die fortschreitende Digitalisierung, dank derer die Anbieter solcher Services die Dienstleistungen vernetzen und vor allem auch abrechnen können. Cohrs: „Unser Ziel ist es, dass der Kunde nicht nur an seinen Hersteller denkt, wenn es um sein Fahrzeug geht. Er muss sich vielmehr sagen: Ich brauche Mobilität, und wo immer ich bin, bekomme ich sie von meinen Partnern bei BMW.“ Das sei natürlich eine Aufgabe für den gesamten Konzern. „Und wir als BMW Bank werden unseren Beitrag dazu liefern.“ Historie Während Konkurrenten wie Ford und VW schon 1926 bzw. 1949 mit Autobanken an den Markt gingen, folgte BMW erst 1971. Damals gründeten die Münchner die BMW Kredit Bank GmbH in Frankfurt. Deren Angebot konzentrierte sich zunächst auf die Finanzierung der Fahrzeug- und Ersatzteilkäufe der BMW Händler. Erst 1982 weitete die Kredit Bank ihre Finanzierungsangebote auf Endkunden aus. Sechs Jahre später führte BMW das Kreditgeschäft der Kredit Bank sowie das Leasinggeschäft der 1973 gegründeten Auto-Motor Leasing GmbH unter dem Dach der neuen BMW Bank GmbH zusammen. Mit dem Erwerb der Vollbanklizenz im Jahr 1994 konnte das Institut dann auch in das Einlagengeschäft einsteigen und bietet ihren Kunden seitdem z. B. Sparkonten und Tagesgelder an. 1995 wurde jeder dritte neu zugelassene BMW in Deutschland über die BMW Bank finanziert oder geleast, heute ist es jeder zweite BMW oder Mini. Mit der Eröffnung einer ersten Zweigstelle in Portugal startete die BMW Bank GmbH im Jahr 2000 ihre Internationalisierung. Weitere Niederlassungen folgten kurz nach Ausbruch der Finanzkrise in Spanien (2009) und Italien (2010), im Jahr 2012 kam eine Tochter in Frankreich hinzu. Das Angebot aus Finanzierung, Leasing und Versicherungen von Automobilen und Motorrädern sowie Einlagen wurde sukzessive erweitert. 2001 startete das Institut, das 1987 von Frankfurt nach München gezogen war, mit dem Vertrieb von Investmentfonds, vier Jahre später erhielt die Bank die uneingeschränkte Depotbankerlaubnis. Die Verantwortung für Flottenkunden liegt ab einer gewissen Größe nicht bei der BMW Bank, sie werden unter dem Dach der 1998 gegründeten Alphabet Fuhrparkmanagement GmbH betreut. Die BMW Bank ist Teil der BMW Group Financial Services, die inzwischen mit mehr als 7.600 Mitarbeitern in über 50 Ländern vertreten ist. Autorin: Eli Hamacher 24 03 // 2017

MANAGEMENT Die Chefs Am Anfang stand die Begeisterung für die Marke BMW. Und seitdem hat sie offenbar nichts an Faszination eingebüßt. „BMW war damals schon cool“, erinnert sich Hans-Jürgen Cohrs (links). „Es war eine Entscheidung für den Standort, die Marke und die Emotionalität, aber nicht die Bank“, ergänzt Jan Oehmicke. Seit 30 Jahren arbeitet Cohrs für den BMW-Konzern. Auch sein Kollege Oehmicke startete seine Karriere bei dem Münchner Autobauer und hat seit 2000 zwar häufig die Standorte, aber nie den Arbeitgeber gewechselt. Bevor Cohrs im Sommer 2009 den Vorsitz der Geschäftsführung der BMW Bank GmbH übernahm, hatte der heute 59-Jährige zunächst im Finanzbereich, in der Vertriebsgesellschaft und im Inhouse Consulting des Konzerns gearbeitet, um dann bei BMW Financial Services in der Zentrale, später als Geschäftsleiter der BMW Bank GmbH und schließlich als Managing Director der BMW Finanzdienstleistungen (Schweiz) AG seine Karriere fortzusetzen. Oehmicke, wie Cohrs in Norddeutschland geboren, übernahm bei der BMW AG zunächst diverse Fach- und Managementaufgaben, bevor ihn der Konzern auf eine kleine Weltreise entsendete. Je zwei Jahre verbrachte der heute 45-Jährige, der Regionalwissenschaften Lateinamerika an der Uni Köln studiert hatte, bei BMW Financial Services in Brasilien als CEO und in Nordamerika als Head of Customer Insurance. Es folgten vier Jahre als Managing Director bei der Zweigniederlassung Portugal der BMW Bank GmbH. Zurück in München rückte der gebürtige Kasseler 2015 zum Leiter Vertrieb und Marketing der BMW Bank GmbH auf. Als reine Banker fühlen sich beide nicht. „Ich fühle mich nicht als Banker und auch nicht als reiner Automensch“, sagt Cohrs. „Bei einer Autobank müssen wir beides mögen.“ Als Vertriebler dürfe man mit den Händlern nicht wie ein typischer Banker reden, findet Oehmicke. „Wir wollen gemeinsam erfolgreich sein und verfolgen ein Ziel: mehr Autos zu verkaufen.“ Wie gut die Produkte ihres Arbeitgebers sind, können Cohrs und Oehmicke regelmäßig überprüfen. Im Schnitt zweimal im Jahr tauschen sie ihre „alten“ Wagen gegen ein neues Modell ihrer Wahl aus. 03 // 2017 25

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