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die bank 03 // 2016

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

EUROPÄISCHER MARKT

EUROPÄISCHER MARKT REIFT Hochzinsanleihen im Visier ó Aufgrund des M&A-Booms erreichten Unternehmensfinanzierungen im vergangenen Jahr ein Rekordvolumen von über 6 Bio. US-$. Dieses Niveau wurde erst zum zweiten Mal in der Geschichte erreicht. Während das Kreditvolumen weltweit um 2 Prozent zurückging, verzeichnete das Kreditvolumen im Investment-Grade-Bereich einen Anstieg um 6 Prozent, berichtet die Anwaltsgesellschaft Allen & Overy. Ihr „Corporate Funding Monitor“ analysiert auf Basis von Daten von Thomson Reuters, wie sich Unternehmen finanzieren und untersucht das Fälligkeitsprofil von Darlehen und Anleihen. Als deutlichsten Trend für 2015 identifiziert die Studie insbesondere in den USA und Europa die Rückkehr von Investment-Grade-Krediten als Finanzierungsquelle der Wahl. Auch Folgeemissionen (Angebote von Stammaktien nach dem ursprünglichen IPO des Unternehmens) von knapp 450 Mrd. US-$ an durch Aktiengesellschaften neu emittiertem Kapital verbuchten ein Rekordjahr. Als weitere bedeutende Entwicklung ist die Reifung des europäischen Markts für Hochzinsanleihen zu nennen, die im Repertoire der Unternehmensfinanzierungsinstrumente der CFOs und Finanzdirektoren aller europäischen Sub-Investment-Grade-Unternehmen mittlerweile ihren festen Platz einnehmen. Emissionen von Hochzinsinstrumenten machen inzwischen rund ein Fünftel des europäischen Markts für Unternehmensanleihen aus. ENGERER KONTAKT ZU FINTECHS Finanzplatz Frankfurt stärken ó Die Vorstellung, dass in Frankfurt vor allem die klassischen Banken residieren, während die hippen FinTechs mehrheitlich aus Loftartigen Büros in der deutschen Hauptstadt heraus den Finanzmarkt neu aufrollen, ist in nicht wenigen Köpfen verankert und löst am Main anscheinend etwas Angst aus, den Anschluss zu verlieren: 80 Prozent der Vertreter von Finanzinstituten und Dienstleistern votierten in einer Umfrage des Center for Financial Studies (CFS) dafür, der Finanzplatz Frankfurt müsse im Umgang mit FinTech-Unternehmen eine stärkere Rolle spielen – selbst, wenn dies den Einsatz öffentlicher Mittel erfordert. Für zwei Drittel der Befragten zählt die Digitalisierung bei den zu tätigenden Investitionen zu den Top-Themen. „Es wird interessant sein, zu beobachten, ob hier der Finanzplatz Frankfurt mit Berlin mithalten kann“, kommentierte CFS-Direktor Jan Pieter Krahnen. Knapp die Häfte der Finanzentscheider will auf jeden Fall ein stärkeres Engagement in FinTechs, mehr als ein Viertel befürwortet dies speziell für die Vernetzung mit der klassischen Finanzbranche. Bei der Frage, ob die Regulierung in Deutschland ein Hemmnis für Innovation in Finanztechnologien darstellt, sind die Meinungen der Finanzinstitute und Dienstleister gleichermaßen zweigeteilt. Für 46 Prozent der Befragten stellt die Regulierung in Deutschland kein Hemmnis dar, für 43 Prozent jedoch schon. POSITIVES AUS IRLAND UND SPANIEN, ABER AUCH VIELE NEGATIVBEISPIELE Probleme im Euro-Raum bleiben bestehen ó Seit sich die Euro-Staaten im letzten Jahr mit Griechenland auf ein drittes Hilfspaket verständigt haben, sank die mediale Aufmerksamkeit für die Euro-Krise deutlich – was aber nicht bedeutet, dass die Probleme in der Eurozone gelöst wären. Eine Reihe von Euro-Staaten, darunter Finnland, Slowenien, Italien, Portugal, Zypern und Griechenland zeigt eine abnehmende Kreditfähigkeit, wird im Default-Index 2016 des Centrums für Europäische Politik (Cep) analysiert. Vorstand Lüder Gerken, Mitautor der Studie, hält die gegenwärtige Ruhe am Markt für Staatsanleihen für trügerisch. Sie sei nicht auf eine Gesundung des Euro-Raums, sondern auf das Eingreifen der Europäischen Zentralbank zurückzuführen. Maßnahmen zur dauerhaften Stabilisierung des Euro-Raums hält er weiterhin für dringend notwendig und an erster Stelle müsse die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaften in den Problemländern stehen. Vor allem das Beispiel Finnland zeige den fragilen Zustand des Euro-Raums: Die anhaltende Wirtschaftskrise stellt dort den Euro als Landeswährung zur Disposition. Eine Volksabstimmung über seine Abschaffung steht im Raum. Probleme lauern aber auch anderenorts. Die Kre- ditfähigkeit von Frankreich tendiert seit Jahren in Richtung Erosion. Seit 2012 werden nahezu die gesamten kapazitätssteigernden Investitionen mit ausländischem Geld finanziert. Griechenland bleibt nicht kreditfähig, und selbst die umfassenden Hilfen der EU und des IWF werden durch schlechte Rahmenbedingungen oder die Kapitalflucht deutlich überkompensiert. Irland hingegen zeige seit 2010 eine Zunahme der Kreditfähigkeit. Dank konsequenter Reformen habe das Land die Krise rasch überwinden können, so die Freiburger Denkfabrik. Und auch die Kreditfähigkeit von Spanien nehme seit 2013 schrittweise zu. Um das Erreichte nicht zu gefährden, sollte die zukünftige Regierung den Reformkurs weiter verfolgen. Die Kreditfähigkeit von Zypern aber verfällt seit 2013. Sollte Zypern das Hilfsprogramm wie geplant bald verlassen, müssen weitere Reformen durchgeführt werden, damit das Land nicht Gefahr läuft, abermals Finanzhilfen zu benötigen. Der Index misst, wie sich die Fähigkeit eines Landes zur Rückzahlung der Auslandskredite entwickelt. Er berücksichtigt neben den Staatshaushalten auch das Kreditverhalten der Banken, Unternehmen und Konsumenten. 6 diebank 03.2016

Finanzmarkt Trends WANDELANLEIHEN IM PLUS Sicherheitsfaktor gewinnt Bedeutung ó Wandelanleihen zählten im Jahr 2015 mit einem Jahresplus von 3,6 Prozent (gemessen am Index TRI Global Focus Convertibles) im Quervergleich mit anderen Anlageklassen zu den Gewinnern. Der globale Aktienmarkt – gemessen am MSCI AC World TR (total return) – legte im vergangenen Jahr nur um 1,27 Prozent zu. Das interessante Risiko-Rendite-Profil der Wandler unterstreiche auch ein langfristiger Vergleich mit Aktien und Anleihen, so Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management. Wandelanleihen hätten von Dezember 1996 bis Ende Dezember 2015 eine durchschnittliche Jahresrendite von 6,75 Prozent ausgewiesen, dahinter folge mit 6,35 Prozent jährlicher Performance der Aktienindex MSCI World AC und auf Platz drei Unternehmensanleihen. Trotzdem war 2015 ein relativ schwaches Emissionsjahr mit weniger Wandelanleihen als zuvor. Die UBS notiert in ihrer Emissionsstatistik ein globales Gesamtvolumen von umgerechnet 82 Mrd. US-$. Das deckt in etwa das Volumen, das durch Wandlung und Rückzahlung oder Put- oder Call-Optionen ausgeschieden ist. Dabei spricht laut Thoma viel für Wandelanleihen mit ihrer impliziten Risikoabsicherung als Anlagelösung – nicht nur ein durch den Kampf der Währungen, den schwachen Ölpreis und die Konjunkturschwäche in China verunsichertes Umfeld. Auch bei möglichen Zinsänderungen reagierten Wandelanleihen deutlich weniger als andere Anleihegattungen. POTENZIELLEN STÖRUNGEN VORBEUGEN MiFID II startet später ó Die Europäische Kommission hat nun selbst eine Verschiebung der überarbeiteten Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID II) vorgeschlagen, neue Frist ist der 3. Januar 2018. Grund dafür ist die komplexe technische Struktur, die eingerichtet werden muss, damit MiFID II effektiv angewendet werden kann. Diese kann nach Auskunft der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) zum ursprünglichen Stichtag im Januar 2017 noch nicht bereitstehen. Die ESMA muss Daten von 300 Handelsplätzen zu rund 15 Mio. Finanzinstrumenten erfassen und dazu eng mit den nationalen Behörden zusammenarbeiten. Mit der Verschiebung will die EU-Kommission mangelnder Rechtssicherheit und potenziellen Marktstörungen vorbeugen. Aufgrund der Komplexität der Aufgaben waren ohnehin schon 30 Monate zwischen dem Erlass und der Anwendung von MiFID II eingeplant worden. Nun wird die Frist um die Zeit verlängert, die für die technische Umsetzung erforderlich ist. Die Fristverlängerung hat keine Auswirkungen auf den Zeitplan für die Annahme der Stufe II-Durchführungsmaßnahmen. MELDEKRITERIEN VERSCHIEDEN DEFINIERT AnaCredit soll verschoben werden ó Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) hat den Verordnungsentwurf der EZB zum Kreditregister AnaCredit kritisiert: Die Aufsicht schieße damit weit über das Ziel hinaus. Zu begrüßen sei, dass die EZB das Projekt entzerrt habe und nun ausschließlich die erste Phase der Einführung zur Diskussion stehe. Für jede spätere Phase sollten zwischen Verabschiedung und Inkrafttreten mindestens zwei Jahre liegen, sodass den Instituten ausreichender Implementierungszeitraum bleibe. Dieser Grundsatz sollte auch für die erste Phase gelten, hieß es. Gerade für die erstmalige Implementierung sei ein ausreichender zeitlicher Vorlauf für die Institute und Rechenzentren erforderlich. Es sei daher notwendig den ersten Meldetermin zu verschieben. Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund, dass zahlreiche Meldekriterien bislang nicht eindeutig definiert seien und sehr unterschiedlich interpretiert würden. Die Schätzungen der von der DK vertretenen Institute und Rechenzentren für die Implementierungskosten von AnaCredit bewegen sich selbst bei kleinen und mittelgroßen Häusern im Millionenbereich und reichen bei großen Banken und Sparkassen bis zu mittleren zweistelligen Millionenbeträgen. Für Institute mit einer Bilanzsumme von unter drei Mrd. € sollen Entlastungen gelten. 03.2016 diebank 7

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