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die bank 03 // 2016

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

IT & Kommunikation

IT & Kommunikation Trends ANWENDUNG SCHLICHT ZU AUFWENDIG Mails nur selten verschlüsselt ó Der Einsatz von Verschlüsselungsverfahren für den Schutz von privaten Daten kommt nur langsam voran. Nur 15 Prozent der deutschen Internetnutzer gaben im Rahmen einer Umfrage für den Digitalverband Bitkom an, sie hätten im letzten Jahr ihre E-Mails verschlüsselt. 2014 waren es 14 Prozent. Die meisten, die auf eine sicherere Übertragung ihrer Mails verzichten, halten die Anwendung eines Verschlüsselungsprogramms für zu kompliziert oder agieren so, weil ihr Kommunikationspartner auch keine Verschlüsselung einsetzt. Ein Viertel der Internetnutzer hält eine Verschlüsselung grundsätzlich für zu aufwendig. Die meist verwendeten Standards für die Verschlüsselung einzelner Mails sind Pretty Good Privacy (PGP) sowie dessen Open-Source-Varianten OpenPGP und S/MIME (Secure/Multipurpose Internet Mail Extensions), erläuterte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder, der eine weitere Vereinfachung der Mail-Verschlüsselung fordert. Für diesen Anspruch setzt sich auch das Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie ein und hat eine Initiative zur „Volksverschlüsselung“ gestartet. Neben der Sicherung einzelner E-Mails kommen verstärkt Verschlüsselungsverfahren für die Verbindung zu Webseiten zum Einsatz. Dabei steht Transportverschlüsselung wie z. B. durch Transport Layer Security (TLS), Perfect Forward Secrecy (PFS) oder das Netzwerkprotokoll DANE im Fokus. WICHTIG IST AUCH SOZIALE KOMPETENZ Reine IT-Nerds nicht gefragt ó Computer-Fachwissen ist längst nicht mehr nur in der IT-Abteilung gefragt. Zwei Drittel der stark digitalisierten Unternehmen haben heute entsprechende Erwartungen an den größten Teil ihrer Belegschaft. Das zeigt eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) unter Personalleitern und Geschäftsführern. „Wer sich in einem digitalen Arbeitsumfeld bewegt, muss mit der entsprechenden Technik umgehen können“, sagt IW-Arbeitsmarktexperte Oliver Stettes. Das Internet mache die Arbeit zeitlich flexibler, dezentraler und selbstständiger. Dies ermöglicht neue Formen der Zusammenarbeit. Deshalb werden auch Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit und Selbstorganisation zunehmend wichtiger. Mehr als acht von zehn der bereits stark digitalisierten Betriebe wünschen sich, dass bereits in Schulen und Unis mehr Computerkenntnisse vermittelt und Medienkompetenzen gestärkt werden. Auch die Unternehmen selbst werden aktiv: Damit Beschäftigte zum Beispiel berufliches Erfahrungswissen aufbauen und weiterentwickeln können, setzen Firmen unter anderem auf altersgemischte Teams und den systematischen Wissenstransfer. In stark digitalisierten Unternehmen ist dies bereits guter Brauch, jedoch nur in einem Viertel der erst wenig digitalisierten Unternehmen. ZULASSUNG VOM US-REGULATOR Eurex cleart auch für USA ó Die Deutsche Börse-Tochter Eurex Clearing wurde von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) in Washington zugelassen als Clearingorganisation für Derivate (Derivatives Clearing Organization, DCO). Eurex Clearing wird den CCP-Service zunächst für das Verrechnen von Eigengeschäften von Clearing-Mitgliedern mit Sitz in den USA anbieten. Der Service EurexOTC Clear für Zinsswaps kann aufgrund des „No-Action Relief“ der Kommission offeriert werden, der längerfristige Gültigkeit besitzt. In einem weiteren Schritt plant das Clearinghaus, EurexOTC Clear auch für Endkunden mit Sitz in den USA anzubieten. Für CEO Thomas Book ist die Zulassung als DCO ein wichtiger Meilenstein in der Strategie, die internationale Präsenz weiter auszubauen. Das Unternehmen betreut mehr als 185 Clearing-Mitglieder in 17 Ländern, für die es einen Sicherheitenpool mit einem Wert von rund 57 Mrd. € verwaltet und jeden Monat Bruttorisiken im Gegenwert von nahezu 17 Bio. € verarbeitet. Eurex Clearing bietet unter anderem vollautomatisierte Nachhandels-Dienstleistungen an. 50 diebank 03.2016

JEDER SECHSTE NUTZER BETROFFEN Phishing-Alarm ó Die wenigsten Internetnutzer glauben, dass sie selbst auf Phishing- Seiten landen könnten. Das liegt aber weniger am eigenen guten Instinkt, als vielmehr an der Technik. In Deutschland haben im letzten Jahr geeignete Schutzmechanismen bei fast 16 Prozent der Nutzer mindestens einmal einen Phishing-Angriff blockiert. Daraus schließt Kaspersky Lab, dass etwa jeder sechste Nutzer über die Spam- und Phishing-Technologien daran gehindert wurde, eine gefährliche Seite zu besuchen. Auf einer „Phishing-Weltkarte“ mit der jeweiligen nationalen Angriffsrate im vergangenen Jahr befindet sich Deutschland im vorderen Mittelfeld und wird in die zweitgefährdetste Kategorie eingeordnet. Weil die Qualität der Attacken immer besser wird, steigt auch die Gefahr, Opfer von Phishing zu werden. Weltweite Internetportale sind mit über 30 Prozent der Attacken der Top-Phishing-Köder schlechthin, gefolgt von Sozialen Netzwerken und Online Shops. Ähnlich wie bei Spam kann jeder betroffen sein, warnen die Kaspersky- Spezialisten. Phishing funktioniere plattformunabhängig und gefährde alle Nutzer, egal mit welchem Device sie im Internet surfen. Links zu Phishing-Seiten werden z. B. per E-Mail gestreut. Generell sollten Nutzer nie direkt auf in E-Mails angebotene Links klicken und stattdessen lieber die URL-Adresse manuell eingeben oder selbst erstellte Lesezeichen verwenden. DER BOSS MUSS SICH MITTEILEN KÖNNEN Herausforderung Kommunikation ó Transparente Kommunikation nach innen und außen wird für eine erfolgreiche Unternehmensstrategie immer relevanter. Vor allem bei Skandalen oder Fehlaussagen erhöht sich der Druck auf Vorstände und Führungskräfte. Dann droht die Krise für die gesamte Firma. Die Kommunikation mit Anspruchsgruppen wie Investoren, Kunden, Mitarbeitern oder der Öffentlichkeit kann zu einer großen Herausforderung werden, zeigt die Studie „Revealing the chief strategist´s hidden value“, ein Projekt der Universitäten Genf und St. Gallen sowie von Roland Berger. Führungskräfte scheitern heute nicht nur an harten Fakten. Ihnen werden auch scheinbare Konzeptlosigkeit, schlechter Führungsstil oder misslungene Kommunikation zum Verhängnis. „Die Ansprüche interner wie externer Stakeholder an Unternehmen steigen. Neben der Durchführung quantitativer Analysen sollte das Top-Management heute auch ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten besitzen und als Moderator die Interessen zentraler Anspruchsgruppen in Einklang bringen“, sagt Markus Menz, Strategieprofessor an der Universität Genf. Roland Berger-Partner Torsten Oltmanns geht sogar noch einen Schritt weiter: „Strategie und Kommunikation sind heute nicht mehr voneinander zu trennen. Nur so können Vermögensschäden abgewendet, die Wahrnehmung von Führungskräften verbessert und Unternehmensziele klarer vermittelt und leichter erreicht werden.“ EXPERIMENT: EINE WOCHE OHNE MÜNZEN UND SCHEINE IN DEUTSCHLAND UNTERWEGS Das Leben ohne Bargeld ist bereits möglich ó Bargeld ist bei den Deutschen noch die beliebteste Bezahlform, aber viele Stimmen fordern immer lauter seine Abschaffung. Auch Deutsche Bank-Chef John Cryan outete sich kürzlich in Davos beim Weltwirtschaftsforum als Bargeld-Hasser: Es sei „einfach schrecklich ineffizient“, und werde in zehn Jahren wahrscheinlich nicht mehr existieren. Die Argumente für Kosten- oder Sicherheitsgründe wechseln je nach Lager. In Schweden beispielsweise ist ein Alltag ohne Münzen und Scheine schon lange möglich. Ob das auch in Deutschland funktioniert, testete nun der Schriftsteller und Sprecher des Städte- und Gemeindebunds, Franz-Reinhard Habbel. Er wollte wissen, ob er eine Woche komplett ohne Bargeld auskommen könne. Die Antwort vorweggenommen: Ja, es geht. Unterstützt von dem Projektpartner Initiative Deutsche Zahlungssysteme setzte Habbel ausschließlich auf bargeldlose Bezahlverfahren. Wo immer möglich, setzte er die Bezahlverfahren der Deutschen Kreditwirtschaft ein und notierte seine Erfahrungen beim Leben, Reisen, Arbeiten in einem Online-Tagebuch. Er habe das Bargeld nicht vermisst, lautet sein Fazit. Manchmal musste er nachhaken, welche Art der kartenbasierten Bezahlung möglich ist. „Verändern musste ich meinen Alltag jedoch nicht. Für mich ist E-Payment zeitgemäß“, lobt der Berliner. Vor allem die Girocard, die seit 25 Jahren auf dem Markt ist und von der hierzulande mehr als 100 Mio. Exemplare in den Portemonnaies stecken, hat sich fest im Zahlungsportfolio der Deutschen etabliert. Franz-Reinhard Habbels Erfahrungen mit dem Alltag ohne Bargeld wird auch auf dem Parlamentarischen Abend der Initiative Deutsche Zahlungssysteme zu „Bezahlen in Deutschland – Innovationsbereitschaft vs. Macht der Gewohnheit“ am 17. März in Berlin Thema sein. Natürlich gebe es hier und da auch noch Optimierungspotenziale. Kassenpersonal ist nicht allerorten wirklich geübt im Umgang mit den verschiedensten elektronischen Bezahlverfahren; und gerade Kleinsthändler zeigen oft Zurückhaltung. Diesen Faktoren wirkt die Initiative DZ entgegen. Ihr Vorstandsvorsitzender Ingo Limburg: „Ziel und Anspruch unserer Aktivitäten ist es, der Gesellschaft die Vorteile digitaler Bezahlung weiter zu eröffnen – um die Sicherheit und Verlässlichkeit elektronischer Zahlung aufzuzeigen und den Weg zu bereiten für eine innovative Bezahllandschaft in Deutschland.“ 03.2016 diebank 51

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