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die bank 03 // 2016

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

Banking News

Banking News KYC-REGISTER VON SWIFT Schon mehr als 2.000 Nutzer ó Ein gutes Jahr nach dem Start haben sich bereits mehr als 2.000 Nutzer für das zentrale KYC-Register von SWIFT entschieden. Die zentral geführte Datenbank hält zu allen registrierten Finanzinstitutionen jeweils einen standardisierten Satz von Informationen und Dokumenten bereit, die für die Erfüllung der KYC-Vorgaben (KYC – Know Your Customer) benötigt werden. Banken in mehr als 200 Ländern und Regionen weltweit sind angeschlossen, darunter ca. 1.150 Banken in Europa, im Mittleren Osten und Afrika, 325 Banken in den Ländern Nordund Südamerikas und 550 Banken in der Region Asien-Pazifik. Das Register stellt KYC-Informationen für Korrespondenzbanken sowie Fondsanbieter und Depotbanken zur Verfügung. Die teilnehmenden Banken steuern jeweils einen standardisierten Satz von Basisdaten und -dokumenten zur Validierung durch SWIFT bei, der anschließend von ihnen selbst und ihren Gegenparteien genutzt werden kann. Kosten entstehen ihnen lediglich für das Abrufen der Daten. Zusätzlich gibt es auch das „SWIFT Traffic Profile“. Es unterstützt die Banken bei der Analyse ihres Risikoprofils im Korrespondenzbanken-Netzwerk durch die Bereitstellung einer zusammengefassten Übersicht über Transaktionen in Regionen, die mit höheren Risiken behaftet sind. Damit können Banken, die in solchen Regionen aktiv sind, Transparenz und Einhaltung von Compliance-Vorgaben nachweisen. KREDITE OHNE BESICHERUNG Banken reagieren unflexibel ó Auch deutsche Firmen öffnen sich für Projekte mit FinTechs. Drei von vier Mittelständlern denken laut der Umfrage „Finanzierungsmonitor 2016“ darüber nach, kurzfristige Kredite über Online-Plattformen abzuwickeln, die günstiger und unkomplizierter arbeiten. Gerade fehlende Flexibilität der Banken sorgt bei den Firmen für Unmut. Zwei Drittel der Befragten wünschen sich zur Finanzierung ihres laufenden Geschäfts Kredite ohne eine Besicherung, sagt Dirk Schiereck von der TU Darmstadt, der die Creditshelf-Untersuchung wissenschaftlich begleitet hat. Bei Banken stoßen sie damit aber in der Regel auf taube Ohren. Jedes zweite mittelständische Unternehmen müsse mehr als ein Drittel seiner Betriebsmittelkredite mit Sicherheiten unterlegen. Jede zehnte Firma stellt aktuell sogar für mehr als zwei Drittel ihrer kurzfristigen Finanzierungen Sicherheiten – entweder, weil die Geldgeber darauf bestehen oder die unbesicherten Kredite den Firmen zu teuer sind. Unbesicherte Kredite zu tragfähigen Konditionen sind für Creditshelf-Geschäftsführer Tim Thabe eine Ergänzung klassischer Bankkredite. So habe ein Onlineshop im Weihnachtsgeschäft auf diesem Weg seine Lieferanten schneller bezahlen können und durch den Skonto-Vorteil Kostenvorteile in Höhe von 60 Prozent erzielt. FRANKFURT JETZT GRÖSSTE LAGERSTELLE Gold-Mehrheit wieder im Land ó Seit Ende 2015 ist Frankfurt am Main mit mehr als 1.400 Tonnen Gold die größte Lagerstelle der Bundesbank, die bereits seit zwei Jahren immer mehr Gold ins Land zurückholt. Im letzten Jahr waren es 210 Tonnen, die mit großem logistischen Aufwand aus Paris und New York eingeführt wurden. Damit liegt die Bundesbank nach eigenen Angaben gut im Zeitplan. Das Lagerstellenkonzept sieht vor, dass die Bundesbank ab 2020 die Hälfte der deutschen Goldreserven in eigenen Tresoren in Frankfurt lagert. Dazu sollen schrittweise 300 Tonnen Gold aus New York und die gesamten 374 Tonnen Gold aus Paris nach Frankfurt verlagert werden. 54,4 Prozent der Gesamtmenge sind mittlerweile wieder im Land. Alle verlagerten Goldbarren werden nicht nur auf ihre Echtheit überprüft, es wird auch sichergestellt, dass es sich tatsächlich um die deutschen Goldreserven handelt. Insgesamt verfügt Deutschland über einen Goldschatz von 3.381 Tonnen, davon lagern derzeit noch 1.347 Tonnen bei der Federal Reserve in New York, 434 Tonnen bei der Bank of England (London) sowie 196 Tonnen bei der Bank de France. 22 diebank 03.2016

FINTECH-HYPE VERLANGSAMT SICH Privatbank Leodan gibt auf ó Die „erste digitale Privatbank“ wollte Leodan sein. Die Außendarstellung vermittelte einen coolen Lifestyle, und vom FinTech- Hype versprach man sich einen großen Zulauf für diese Art des Bankings. Alles aus und vorbei: Die Schweizer Privatbank strich kurzerhand die Segel und gab ihre Geschäftsaktivitäten auf. Auf ihrer Homepage informiert die Bank ihre Kunden nur knapp, die Generalversammlung habe entschieden, „sich mit einer starken Partnerbank zusammenzutun. Die diesbezüglichen Verhandlungen sind weit fortgeschritten und stehen kurz vor einem Abschluss. Wir gehen aktuell davon aus, dass die neue Eigentümerin alle bestehenden Kundenbeziehungen übernehmen wird.“ Ratlose Kunden sollten sich an ihren persönlichen Investment-Coach wenden. Außerdem, so war darüber hinaus in Zürich zu vernehmen, habe die Entscheidung nichts mit dem Steuerstreit mit den USA zu tun, der Leodan kurz vor dem Ende noch eine hohe Bußgeldforderung des US-Justizdepartments eingebracht hatte. Leodan war erst 2009 als Privat- und Handelsbank Zürich gegründet worden. Im letzten August hatte sich die Bank neu positioniert, verwischte die Grenzen zwischen innovativen Start-ups und gesettelten Kreditinstituten, beeindruckte mit hybridem Anlagemodell und Robo Adivsor und wollte so 300 Mio. CHF an Neugeld akquirieren. Die Rechnung ging offenbar nicht auf. BDB UND FINTECHS KOMMEN SICH NÄHER Kompromisse sind gefragt ó Wie können FinTechs dauerhaft und verbindlich in die Strukturen des Bankenverbands integriert werden? Nachdem der BdB den jungen Unternehmen, die mit ihren disruptiven Ideen den Finanzdienstleistungssektor angreifen, eine außerordentliche Mitgliedschaft in seinen Reihen angeboten hat, steht die Geschäftsführung vor der diffizilen Aufgabe, zwischen den Interessen zu vermitteln und Kompromisse auszugestalten. Im Rahmen eines Branchentreffens in Frankfurt („Between the Towers“) war zu erfahren, dass ein kooperativer Ansatz geplant sei. Schließlich stehen beide Seiten vor der gleichen Herausforderung. Angedacht ist eine Bündelung der Interessen, die zugleich genügend Raum für die unterschiedlichen Bedürfnisse lässt. Der BdB bietet den FinTechs u. a. Information und Transparenz über anstehende Regulierungsvorhaben auf deutscher und europäischer Ebene an. Im gemeinsamen Austausch soll ein Netzwerk entstehen, von dem wertvolle Impulse für den Finanzplatz Deutschland ausgehen. Das kann auch in Form gemeinsamer Veranstaltungen oder in der Gremienarbeit geschehen. Im Abwägungsprozess der gegenseitigen Interessen und Erwartungen wird Verständnis für die besonderen Belange der Banken erwartet. Die FinTechs ihrerseits setzen auf positive Effekte durch das Networking, möchten von der Expertise des Bankenverbands und dessen vielfältigen Lobbykanälen profitieren. AUFSPALTUNG DES BANKENMARKTS BIETET CHANCEN UND GEFAHREN Neue Anbieter könnten deutschen Banken 6 Mrd. € wegnehmen ó Die Fragmentierung im Bankenmarkt, ausgelöst durch eine Aufspaltung des Produktangebots und der Wertschöpfungskette, könnte weltweit zu einer Verlagerung der Erträge in Höhe von rund 1 Bio. US-$ führen. Die Berater von Oliver Wyman rechnen vor, dass der Bankensektor ungefähr 5,7 Bio. US-$ erwirtschaftet – von diesem Kuchen könnten sich FinTechs und andere neue Anbieter ein ordentliches Stück abschneiden: Allein für den deutschen Markt liegen die Ertragschancen für neue Anbieter und Produkte in einer Größenordnung von 4 bis 6 Mrd. €, heißt es in der Studie „Modular Financial Services: The New Shape of the Industry“. Dieser Untersuchung zufolge wird ein Institut künftig nicht mehr die komplette Wertschöpfungskette selbst erarbeiten, sondern verstärkt Teile seiner Arbeit an Dritte vergeben. Umgekehrt wählen die Kunden zwischen einer Vielzahl von Anbietern ihre passenden „Module“ aus. Konzentrierten sich die meisten Finanzinstitute nach der Krise auf die Optimierung der bestehenden Geschäftsmodelle, so bewege sich der Finanzsektor nun in Richtung einer neuen, modularen Struktur, sagte Wyman-Partnerin Finja Carolin Kütz. Vorreiter ist dabei der US-amerikanische Banken- markt. In Europa wiederum sei Spanien einer der Vorreiter, während sich Deutschland eher im hinteren Mittelfeld der Entwicklung bewege. Der stärkere Wettbewerb erhöht den Druck auf die Margen. In der 19. „Future of Financial Services“-Studie heißt es, den Kunden kämen durch niedrigere Preise 150 bis 300 Mrd. US-$ zugute. Zudem profitieren sie davon, aus einer größeren Bandbreite von Produktanbietern wählen zu können. Den Banken böten ihre bewährten Stärken – wie bestehende Kundenbeziehungen, sichere Skaleneffekte im Betrieb und die Erfüllung regulatorischer Anforderungen – immer noch eine gute Ausgangsbasis für erfolgreiches Arbeiten. Allerdings müssten sie sich von veralteten, teuren und unflexiblen Infrastrukturen trennen. Betriebskosten ließen sich durch günstigere und flexiblere Back-Office-Lösungen senken; das Kapital sei effizienter in strategisch wichtigen Bereichen einzusetzen. Der Wettbewerb werde die Institute zwingen, ihre Betriebsplattformen zu erneuern, sagt Kütz. Das kostet natürlich viel Geld: Bevor der gewünschte Spareffekt einsetzen kann, stünden den weltweit größten Banken erst einmal Kosten in Höhe von mehr als 4 Mrd. US-$ pro Institut ins Haus. 03.2016 diebank 23

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