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die bank 03 // 2015

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó BERUF & KARRIERE

ó BERUF & KARRIERE HELENE VON ROEDER Beliebte Team-Spielerin fi AT THE TOP Eilig geht eine junge Frau mit langem, dunkelblonden Haar durch den Empfangsbereich des Gebäudes der Credit Suisse in der Frankfurter Junghofstraße. Ihr ernster und konzentrierter Blick schweift nur einen ganz kurzen Moment ab, als sie der Mitarbeiterin am Empfang per freundlichem Lächeln und Kopfnicken einen Gruß schickt. Es ist zu spüren, dass hier jemand zielgerichtet und sehr fokussiert seine Aufgaben erfüllen will. Zunächst weiß ich nicht, um wen es sich bei der Dame handelt. Nach kurzem Nachdenken kommt jedoch die Erinnerung zurück: Bei früherer Gelegenheit hatten wir ein oder zwei kurze berufliche Kontakte, als Helene von Roeder zum Beispiel in ihrer einstigen Position als Vorstandsmitglied bei Morgan Stanley für deren Kapi- Helene von Roeder ist studierte Astrophysikerin, aber betriebs- und volkswirtschaftliches Gedankengut wurde ihr sozusagen bereits in die Wiege gelegt. Ihr Vater Max Dietrich Kley war Vorstand bei großen deutschen Unternehmen. Sie selbst startete ihre Karriere bei der Deutschen Bank und der UBS, später arbeitete sie beim Investmentbanker Morgan Stanley und blickt heute auf mehr als 20 Jahre Erfahrung im Kapitalmarktgeschäft zurück. Seit September 2014 zeichnet von Roeder bei der Credit Suisse als Vorstandschefin für Deutschland, Österreich und Zentraleuropa verantwortlich. talmarktgeschäft in Deutschland und Österreich zuständig war. Seit dem 1. September 2014 zieht sie hier von Frankfurt aus die Fäden in ihrer Rolle als Vorstandschefin der Credit Suisse für Deutschland, Österreich und Zentraleuropa. In dieser Position steht sie natürlich stark unter Strom, und das scheint ein dauerhafter Zustand zu sein. Diesen auf ihr lastenden Druck kann man auch heute an ihrem ernsten und konzentrierten Blick erkennen, obwohl sie für die den Weg kreuzenden Mitarbeiter immer ein freundliches „Hallo“ auf den Lippen hat. Ihr anspruchsvoller Job scheint ihr Leben zu bestimmen. Diese Herausforderung zwingt gerade in diesen für Banken schwierigen Zeit zu einer klaren Ausrichtung. Zu oft müssen Bank-Manager heute an Wegkreuzungen über die Richtung entscheiden. Das gilt auch für Helene von Roeder, die zeitlich sehr stark beansprucht wirkt. Sie setze nach kurzer Zeit in ihrer neuen Position bereits klare Prioritäten, berichten Mitarbeiter aus ihrer Umgebung. Da bleibt zunächst keinerlei oder aber zumindest wenig Zeit für Nebensächlichkeiten und Unwichtigkeiten – auch wenn diese später möglicherweise an Bedeutung gewinnen könnten. Als CEO ist sie für die gesamten Aktivitäten des Investment Bankings sowie für den Bereich des Private Banking & Wealth Management in Deutschland, Österreich und Zentraleuropa verantwortlich. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die in der Firmenzentrale in Zürich in sie gesetzten Hoffnungen und Erwartungen voll zu erfüllen. Sie weiß, dass dieses Ziel nur gemeinsam mit den Mitarbeitern erreicht werden kann. Freunde von Helene von Roeder verweisen auf den positiven Ehrgeiz, den sie bereits in früheren Positionen bei anderen Banken an den Tag gelegt hat. Nicht umsonst kann sie im Alter von heute 44 Jahren auf eine Bilderbuch-Karriere zurückblicken. Mit Zeitverschwendung hat Helene von Roeder nichts am Hut. Auch der Kontakt zur Presse leidet in dieser ersten Phase ihres Vorstandschefs-Daseins bei der CS. Eine zunächst zugesagte Interview-Anfrage wird später negativ beschieden. Bei der Credit Suisse hat man ihr diese Position unter anderem deshalb offeriert, weil sie sich in den vergangenen Jahren international ein Netzwerk an erstklassigen Kontakten aufgebaut hat. „Sie ist bestens verdrahtet“, erklären jene, die sie zu kennen glauben. Bekannt ist, dass die Credit Suisse ihre Position im Investment Banking stärken will. Das passt exakt zum Profil der Bankerin. Was in der Firmenzentrale in Zürich möglicherweise den Ausschlag für ihre Berufung gegeben hat, ist der Fakt, dass sich ihre Vernetzung nicht nur auf das 76 diebank 3.2015

BERUF & KARRIERE ó Finanzwesen beschränkt, sondern sie auch über exzellente Kontakte zu Unternehmen unterschiedlicher Wirtschaftsbereiche verfügt. Bevor Helene von Roeder bei der Credit Suisse eingestiegen ist, war sie zehn Jahre lang beim Deutschland-Ableger der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley tätig. Zuletzt war sie dort als Vorstandsmitglied für das Kapitalmarktgeschäft in Deutschland und Österreich verantwortlich. Ihr Karriere-Start erfolgte bei der Deutschen Bank und beim CS- Konkurrenten UBS. Heute blickt sie auf mehr als 20 Jahre Erfahrung im Kapitalmarktgeschäft zurück. Viele Transaktions- und Beratungsverträge von Unternehmen tragen ihre Unterschrift. Als positiv bewerten Kenner auch, dass sie sich nicht nur in den angelsächsischen Ländern erfolgreich bewegt hat, sondern dass sie auch über gute Kontakte und ein recht enges Netzwerk in den arabischen Staaten verfügt. Auf der steilen Karriereleiter ist Helene von Roeder in einem vergleichweise kurzen Zeitraum nach oben geklettert. Das sollte niemanden überraschen, denn sie verfügt über ein stabiles ökonomisches und finanzielles Grundwissen. Sie ist wohl bereits sehr früh in ihrer Kindheit mit betriebs- und volkswirtschaftlichem Gedankengut in Berührung gekommen: Ihr Vater Max Dietrich Kley war in zahlreichen führenden Manager-Positionen als Vorstand und Aufsichtsrat bei großen deutschen Unternehmen (darunter BASF, SGL Carbon, Heidelberger Cement und Infineon) tätig, ihr Onkel Karl- Ludwig Kley war als Top-Manager unter anderem bei der Deutsche Lufthansa AG und bei der Merck KGaA aktiv. Durch Helene von Roeders Adern fließt also Unternehmerblut. Sie erwähnt diese Familienbande allerdings nur selten. „Sie will halt einfach sie selbst sein und an ihren Aktionen gemessen werden“, sagt ein amerikanischer Banker, der ihren Berufsweg seit vielen Jahren verfolgt. Sie sei in diesem Kontext als das ideale Beispiel für Understatement zu sehen. fl Sie will halt einfach sie selbst sein und an ihren Aktionen gemessen werden. Wirft man einen Blick auf ihren Ausbildungsweg, muss man schlichtweg zu dem Ergebnis kommen, dass Helene von Roeder nicht unbedingt gerade als „ideale Bankerin“ gelten kann. Sie studierte an den Universitäten in München und in Cambridge Astrophysik und beschäftigte sich so unter anderem mit den physikalischen Grundlagen der Erforschung von Himmelserscheinungen. Grundlagenund Detail-Wissen im Banking hat sie sich dann in der Folge nicht zuletzt durch ihre praktische Tätigkeit bei mehreren Banken angeeignet. Das zeigt, dass auch Quereinsteiger in ihren Bankberufen sehr erfolgreich agieren können. Kolleginnen sind von ihrer exzellenten Auffassungsgabe begeistert. „Man muss ihr neue Dinge nicht zweimal erklären“, bringt ein Derivate-Experte die Dinge auf den Punkt. Roeder ist Mitglied im Netzwerk „Generation CEO“, einem Business-Netzwerk für Frauen im Top-Management. In dieser Funktion hat sie einmal gesagt, dass sie ihre Karriere unter anderem der Unterstützung und der Hilfe ihrer ehemaligen weiblichen Vorgesetzten verdanke und sie von diesen weiblichen Führungsmitgliedern in der Vergangenheit sehr viel gelernt habe. Diese Erfahrung wolle sie auch außerhalb ihres direkten Umfelds jetzt an die nächste Generation weitergeben. An offenen und klaren Worten mangelt es der sehr selbstbewussten Bankerin nicht: „Ich finde, dass Meetings mit 20 Männern und einer Frau heute einfach nicht mehr zeitgemäß sind.“ Sie schlägt damit in eine Kerbe mit dem inzwischen verstorbenen Gießener Psychoanalytiker Horst-Eberhardt Richter, der vor einigen Jahren beim Ausbruch der größten Finanzkrise erklärt hatte: „Diese Finanzkrise wäre nicht entstanden, wenn wir im Banking mehr Frauen in Führungspositionen gehabt hätten.“ „Über ihren Umgang mit den Mitarbeitern muss man schlichtweg begeistert sein“, schwärmt eine ehemalige Kollegin. Fairness – eine im Banking nicht alltägliche Eigenschaft – werde bei Helene von Roeder großgeschrieben. Sie sei bereit, andere auf dem derzeit sehr anspruchsvollen Weg im globalen Banking mitzunehmen und ihnen dadurch Entfaltungs- Möglichkeiten zu bieten. „Eine ideale Chefin“, sagt ein anderer Mitarbeiter. In ihrer Rolle als CEO bringe sie sehr viele Empathie ein. Dass Helene von Roeder die ihr gestellten Aufgabe erfüllen wird, bezweifeln Beobachter nicht. Bei so viel Lob wird sie sich eines Tages dann auch fl Ihre Vernetzung ist nicht nur auf das Finanzwesen beschränkt, sie verfügt über exzellente Kontakte zu Unternehmen unterschiedlicher Wirtschaftsbereiche. zurücklehnen und sich mehr Zeit für „Nebensächlichkeiten“ nehmen können. Heute aber verschwindet „Frau Geheimnisvoll“ mit einem sympathischen Lächeln wortlos im Aufzug, der sie in die oberen Etagen hier in der Junghofstraße bringt. ó Jonas Dowen 3.2015 diebank 77

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