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die bank 02 // 2022

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT INTERVIEW MIT

MANAGEMENT INTERVIEW MIT FRITZ GABLER Wie man aus fünf DM zehn DM macht In wenigen Jahren sollen die Familiengesellschafter Fritz R. Gabler (32) und sein Bruder Johann (27) diebank: Herr Gabler, Ihre Familie betreibt seit Jahrhunderten in Obergünzburg das Bankgeschäft. Wie hat die Tradition Ihre Kindheit und Jugend geprägt? Fritz R. Gabler: Ich bin auf unserem Familienhof etwas außerhalb von Obergünzburg inmitten der Natur groß geworden. Ich hatte alle Möglichkeiten, mich auszutierter Auflage geprägte Goldmedaille mit dem Konterfei von Seniorchef Jörg Gabler erstehen. Für Gabler Saliter Gold bricht das Bankhaus sogar mit der Tradition und macht Werbung. Auch auf ein gelungenes Branding wollen die Gablers bei passendem Anlass nicht verzichten. Bei Kundenbesuchen etwa servieren die Banker Gabler-Saliter-Wasser mit dem Logo des Hauses und natürlich stilvoll aus Glasflaschen. Auf die Idee kam man über die Frau eines Kunden, Geschäftsführerin bei einer Mineralquelle, die das Wasser für die Obergünzburger abfüllt. Eine persönliche Note sollte auch mit den jüngsten Weihnachtsgeschenken verbunden sein. Bei einem Kunden ließen die Gablers einen besonderen Gin brennen. Den im Allgäu handgefertigten Hochprozentigen brachten die Berater persönlich zu besonderen Kunden und nutzten das Treffen für ein ungezwungenes Gespräch. Zwei Jahre nach Ausbruch der Pandemie zieht Bankvorstand Blaukat eine positive Bilanz. „Wir haben keine Kreditrisiken in Verbindung mit Corona.“ Anders als Wettbewerber habe die Bank ihre drei Filialen und die Repräsentanz durchgehend geöffnet gelassen. Auch außerhalb des Kreditgeschäfts habe es keinerlei Einbrüche gegeben. Im Gegenteil. „Wir haben so viel Neugeschäft gemacht wie nie.“ Gleichzeitig sei ein IT-Migrationsprojekt erfolgreich abgeschlossen worden. In der Hochphase der Pandemie habe die Bank ein „Team Zahlungsverkehr“ gebildet, das zur Sicherheit im Homeoffice gearbeitet habe. Den Mitarbeitern sei dann zügig eine Impfung angeboten worden, sodass schon im Juni 2021 alle Beschäftigten geimpft gewesen seien. Längst seien alle wieder an Bord, zuhause habe es niemand länger gehalten. Seit 1990 residiert die traditionsreiche Bank in Obergünzburg am Marktplatz 10, in den ehemaligen Räumen des „Gasthof Bären“. Gleich nebenan sorgt seit einiger Zeit das „Gateway to India“ für etwas internationales Flair in der ansonsten sehr traditionsreichen Wirtshausszene mit „Goldener Hirsch“, „Zum Engel“, „Zum Lamm“ oder „Alte Post“. Auch in Obergünzburg steht die Zeit nicht still. Autorin Eli Hamacher ist Diplom-Volkswirtin und arbeitet seit 30 Jahren als Wirtschaftsjournalistin. Die Freelancerin schreibt für „die bank“ vor allem über die Branche und Porträts über einzelne Unternehmen. Ein weiterer Fokus ihrer Arbeit sind Auslandsmärkte. in den Vorstand der Gabler-Saliter- Bank aufrücken. Als Vertreter der siebten Generation wollen sie die fast 200-jährige Tradition fortführen. Fritz Gabler erzählt über eine unbeschwerte Kindheit, die Bank am Mittagstisch, erste Einnahmen und die Überlebenschancen einer sehr kleinen Bank. 18 02 | 2022

MANAGEMENT diebank: Wissen Sie noch, wann und wie Sie Ihr erstes Geld verdient haben? Gabler: Oh ja. Da war ich in der zweiten Klasse. Mit einem Jungen von unserem Hof bin ich zum Bäcker in den nächsten Ort gefahren. Da gab es eine bestimmte Sorte saurer Bonbons, die man hier in Obergünzburg nicht kaufen konnte und die sehr gefragt waren. Wir haben jeder 50 Bonbons für je 5 DM gekauft und diese dann für das Doppelte an der Schule verkauft. Die Lehrerin fand das aber nicht so witzig und meinte, wir sollten den anderen Kindern nicht das Geld aus der Tasche ziehen. Wir haben das überhaupt nicht verstanden, es gab eine Nachfrage, und wir hatten das Angebot! Das waren die ersten unternehmerischen Gehversuche, wo wir dann auch gleich mit der Aufsichtsbehörde in Berührung kamen, um mal im Bankenjargon zu bleiben. toben und die Vorzüge des Landlebens zu genießen. Zuhause war die Bank immer präsent. Meine Eltern haben sich während der Mahlzeiten über das Geschäft ausgetauscht. Es war ihnen wichtig, dass wir Kinder frühzeitig dazu einen Bezug entwickeln. Das Unternehmen war fester Teil der Familie. Für uns war das nichts Besonderes. diebank: Waren Sie als Kind nicht auch mal genervt, wenn die Bank immer mit am Tisch saß? Gabler: Eigentlich nicht. Mein Bruder und ich haben uns immer schon für Zahlen und Geld interessiert. Wir wollten wissen, was der Papa den ganzen Tag macht, wie das Geschäft läuft, wie man Chef ist. Das hat man uns altersgerecht nähergebracht. diebank: Obergünzburg punktet zwar in Deutschland mit der höchsten Dichte an Gasthöfen. Aber aus der Sicht eines Jugendlichen sind die Möglichkeiten doch eher begrenzt. Hat es Sie nicht hinaus in die Welt getrieben? Gabler: Natürlich. Als jemand, der aus dem beschaulichen Allgäu kommt, hatte ich immer den Drang, in die große weite Welt zu gehen. Gleich nach dem Abitur, das recht ordentlich ausfiel, hat mir mein Vater einen dreimonatigen Aufenthalt in den USA finanziert. Mein jüngerer Bruder machte zu der Zeit gerade ein einjähriges Austauschjahr in Florida, wo er morgens in die Schule und nachmittags an eine Golf Academy ging. Nach dem Zivildienst in einem Jugenderholungsdorf in St. Peter Ording – da war ich für Hausmeisterdienste und Wattwanderungen zuständig – ging es nach Hamburg, das war meine erste Wahl für das Studium. Dort 02 | 2022 19

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