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die bank 02 // 2019

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT

MANAGEMENT VERSICHERUNGSGESCHÄFT Digitale Renaissance der Bancassurance Angesichts der niedrigen Margen im Kerngeschäft erlebt die Bancassurance eine digitale Renaissance. Der Wille und der Wunsch, das Potenzial des Versicherungsgeschäfts besser zu nutzen, sind vorhanden. Doch es hapert oft noch an der Umsetzung. Vielen Banken fällt es schwer, ihre technologischen und mentalen Silos zu überwinden. Die jüngsten Ergebnisse der Banken in Deutschland geben einen Vorgeschmack auf den Strukturwandel, vor dem das Geschäft steht. Laut Bundesbank- Statistik sind die Erträge der Großbanken im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent gesunken. Der Zinsüberschuss brach um beinahe ein Fünftel ein, die Provisionserträge steigen, können aber nicht die Einbußen im Kerngeschäft kompensieren. Dank reger Kreditvergabe sieht die Lage bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken etwas besser aus. Doch im Prinzip stehen sie vor der gleichen Herausforderung wie alle anderen Geldhäuser. Dass in Zeiten der Hochkonjunktur die Institute derart durchwachsene Ergebnisse vorweisen, sollte zu denken geben. Wege zur Plattform-Ökonomie Die Erkenntnis, dass die alten Geschäftsmodelle auf Dauer nicht tragfähig sind und eine Antwort auf die Digitalisierung und die Plattform-Ökonomie der Tech-Unternehmen gefunden werden muss, hat sich inzwischen durchgesetzt. Sopra Steria Consulting und das F.A.Z.-Institut haben im letzten Frühjahr 109 Fach- und Führungskräfte von Banken dazu befragt. 93 Prozent der Bankmanager berichten, dass es in ihrer Bank eine Strategie zu Plattformen gibt. Das Thema Digitalisierung ist Chefsache, doch in der Praxis kommt die Mehrzahl der Banken aus dem Silodenken nicht raus. Lediglich 39 Prozent der Bankmanager berichten, dass in ihrem Haus bei der Erarbeitung und Neudefinition von Prozessen bereichsübergreifend zusammengearbeitet wird. Nur 22 Prozent der Institute binden alle Mitarbeiter in den Digitalisierungsprozess ein. Es liegt auf der Hand, dass man bei dem Aufbau eines integrierten Service-Ökosystems mit Finanzprodukten anfängt. Das Versicherungsgeschäft hat aus mehreren Gründen seine Vorzüge: 36 02 // // 2019

MANAGEMENT 1. Es ist dauerhaft und bindet Kunden. 2. Es ist weniger anfällig für Zyklen. 3. Aus Kundensicht korreliert es mit Bankdienstleitungen. 4. Das Potenzial ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. 5. Versicherungen verfügen bereits über eigene Service-Ökosysteme. Die Banken müssen bedingt durch die Digitalisierung befürchten, dass sie über kurz oder lang die direkte Beziehung zu ihren Kunden verlieren. Bereits mit der Einführung des Geldautomaten wurden die Filialen für die Kunden uninteressanter, die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs führt diesen Weg weiter. Laut Bundesbank-Statistik mussten die Banken im vergangenen Jahr 1.900 Niederlassungen aufgeben, das entspricht einem Rückgang von 5,9 Prozent. Es ist davon auszugehen, dass von den derzeit gut 30.000 Filialen im Jahr 2025 nur noch 20.000 übrigbleiben werden. Angesichts der derzeitigen Dynamik bei den Schließungen könnte der Rückgang sogar noch stärker ausfallen. Einheitliche Customer Journey als zentraler Faktor Die Institute verspielen hier einen großen Trumpf. Denn die Bindung der Deutschen zu ihrer Bank und zu ihrem Bankberater ist ausgesprochen groß und scheint der Digitalisierung zu trotzen – zumindest vorläufig. Die Postbank hat über 3.000 Bundesbürger ab 18 Jahren zum Thema Digitalisierung und Bank befragt, mit einem bemerkenswerten Ergebnis: 74 Prozent fühlen sich mit einem persönlichen Gespräch bei ihrer Bank am wohlsten. Bankberater stehen bei allen Finanzprodukten als Abschlusskanal an erster Stelle – auch bei Deutschen unter 35 Jahren. Das Versicherungsgeschäft als ein klassisches Beratungsprodukt ist prädestiniert dafür, diesem Bedürfnis nach persönlicher Beratung zu entsprechen. Doch es ist immer noch mangelhaft mit der Banken-IT verbunden, und es hapert an der Unterstützung der Berater. Die Institute stehen vor der Aufgabe, ihre IT omnichannel-fähig zu machen und sie gleichzeitig mit Versicherungs-Frontends und anderen Finanzdienstleistungen zu integrieren. Dazu ein Beispiel: Eine internationale Großbank hat auf dem technologisch sehr fortgeschrittenen polnischen Bankenmarkt eine integrierte Versicherungs-Plattform implementiert. Sie bündelt die Produkte mehrerer Geschäftspartner, ermöglicht eine Personalisierung der Angebote und vereinfacht den Start neuer Produkte. Mithilfe der neuen Plattform kann die Bank jährlich bis zu 25 neue Produkte und deren Varianten einführen. Time-to-Market und Cost-to-Market sind um die Faktoren drei bis fünf gesunken. Der entscheidende Vorteil moderner Plattformen besteht aber darin, dass sie pro- 02 // 2019 37

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