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die bank 02 // 2018

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

BERUF & KARRIERE

BERUF & KARRIERE DIGITALE INNOVATIONSHEMMER Die Wiedergeburt der analogen Kommunikation Die steigende Frequenz der digitalen Kommunikation überfordert viele Fach- und Führungskräfte in der Finanzbranche. Permanent eintreffende Mail- und Chatnachrichten behindern die konzentrierte Arbeit ebenso wie den intensiven und kreativen Austausch untereinander. Gerade bei Banken und Versicherungen lässt aber auch die Meetingkultur zu wünschen übrig. 64 02 // 2018

BERUF & KARRIERE Mit der rasanten Zunahme der digitalen Kommunikationskanäle steigt die Belastung der Fach- und Führungskräfte in der Finanzbranche. In einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung EY geben 45 Prozent von ihnen an, dass die fortschreitende Digitalisierung in der Arbeitswelt für sie eher Stress als eine Bereicherung ist. Jeder zweite erklärt, dass er aufgrund der ständigen Erreichbarkeit durch die digitalen Medien vom intensiven Denken abgehalten wird. Diese Ergebnisse zeigen: An vielen Stellen erweist sich die digitale Kommunikation, die ursprünglich das Arbeitsleben erleichtern sollte, immer häufiger als Effektivitäts- und Effizienzkiller. Die Leistungsträger in den Unternehmen sind sich dessen auch bewusst. Befragt wurden für die Studie „Renaissance des Analogen“ 800 Fach- und Führungskräfte deutscher Unternehmen – darunter rund 100 Finanzdienstleister. Anschwellende E-Mail-Flut Allein um E-Mails abzurufen, unterbrechen 39 Prozent der Befragten aus der Finanzbranche ihre Arbeit mehrmals pro Stunde selbst. Was die Häufigkeit des Abrufens betrifft, nehmen die Banken und Versicherungen damit hinter der Automobilwirtschaft (45 Prozent) den zweiten Platz im Branchenvergleich ein. Über alle Wirtschaftszweige hinweg neigen vor allem die Jüngeren dazu, sich durch die elektronische Post ständig ablenken zu lassen. So schaut jeder zweite Befragte unter 30 Jahren mehrmals pro Stunde in sein E-Mail-Konto, ebenso tun dies 46 Prozent der Studienteilnehmer zwischen 30 und 40 Jahren. Bei diesem Rhythmus ist es nicht möglich, tief in ein Thema einzutauchen. Genau das ist aber wichtig, um gute Arbeitsergebnisse zu erzielen oder innovative Lösungen zu finden. Wirklich herausragende Leistungen entstehen nach wie vor durch den klaren Fokus auf eine Aufgabe oder eine Problemstellung. Wer hingegen immer nur schnell auf Impulse von außen reagiert und sich keine Zeit zum Nachdenken nimmt, vergibt die Chance auf herausragende Leistungen. Auch die Unternehmen können auf diese Weise nicht das volle Potenzial ihrer Mitarbeiter ausschöpfen. Erreichbarkeit bedeutet nicht Wirksamkeit Gefragter denn je ist daher eine strukturierte Planung des Tagesablaufs. Laut der Studie nehmen sich jedoch nur 30 Prozent der Fachund Führungskräfte aus der Finanzbranche regelmäßig bewusste Auszeiten von der digitalen Kommunikation. Nicht unschuldig daran sind die Unternehmen, die den Mitarbeitern erfahrungsgemäß oftmals nicht erklären, wie sie sich entsprechende Freiräume schaffen können. Häufig gibt es keine Richtlinien, die klären, wie schnell Mails beantwortet werden sollen bzw. welche Aufgabenstellungen Priorität haben. Häufig werden die Mitarbeiter im Gegenteil sogar zur ständigen Erreichbarkeit und auch zur Sichtbarkeit in den digitalen Medien gedrängt. So ist gerade in Konzernen häufig der Vorstand selbst sehr aktiv in den sozialen Netzwerken, und Medienpräsenz wird daher mit Erfolg assoziiert. Vergessen wird dabei jedoch häufig, dass die Vorstände dieses Pensum nur mit einem ganzen Stab an Mitarbeitern bewältigen können. Eine wichtige Botschaft an Fach- und Führungskräfte sollte daher lieber lauten: Erreichbarkeit und Verfügbarkeit sind keinesfalls mit Wirksamkeit und Bedeutung gleichzusetzen. Wichtig sind Phasen der Besinnung und der Konzentration. Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie ist, dass die Mitarbeiter aus Banken und Versicherungen die direkte persönliche Kommunikation nach wie vor schätzen. So gehen 36 Prozent der Befragten am liebsten bei einem Kollegen vorbei, der in einem anderen Raum oder auf einer anderen Etage sitzt, 43 Prozent rufen ihn an, und nur 19 Prozent schicken eine Mail. Im Vergleich zu anderen Branchen zeigt sich bei den Finanzdienstleistungen jedoch eine stärkere Neigung zu Telefon und Mail. Lediglich in der Automobilbranche greifen die Mitarbeiter noch häufiger zum Hörer. Geht es um eine wichtige Mitteilung für den Chef, bevorzugen 51 Prozent der Fachund Führungskräfte im Finanzsektor die direkte Kommunikation, d. h. sie gehen spontan vorbei oder vereinbaren einen Termin. Von 91 Prozent wird das persönliche Gespräch auch als Zeichen besonderer Wertschätzung betrachtet. Auffällig an diesem Punkt: Was die Frequenz der persönlichen Gespräche mit dem Vorgesetzten angeht, liegt die Finanzbranche im Branchenvergleich am unteren Ende: 02 // 2018 65

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