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die bank 02 // 2017

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT INVESTMENTBANKING

MARKT INVESTMENTBANKING US-Banken spielen in ihrer eigenen Liga Vor dem Hintergrund der starken Regulierung und des damit einhergehenden Renditedrucks sind die Einnahmen der Investmentbanken im globalen Kapitalmarktgeschäft seit 2007 deutlich gefallen. Wenngleich die Fees im Anleihegeschäft und bei Fusionen und Übernahmen sich wieder über dem Niveau des zyklischen Tiefpunkts im Jahr 2008 bewegen, dürften die goldenen Zeiten im Kapitalmarktgeschäft vorbei sein. Hinzu kommt, dass die tiefe Kluft zwischen US-Banken und den Häusern aus Europa bei den Erträgen in den letzten Jahren weiter gewachsen ist. Viele Banken müssen ihre Geschäftsmodelle weiter umstellen, was insbesondere auf die europäischen Institute zutrifft. 8 02 // 2017

MARKT 1 | Investmentbanking-Einnahmen (IBD, FICC, Equities) in Mio. US-$ 2013 2014 2015 2016* 2017* Veränderungen 2013 - 2016 JP Morgan 26.557 25.679 25.022 27.410 28.481 7 % Citigroup 20.865 19.621 19.006 19.679 20.034 -4 % BoA ML 19.994 19.239 18.559 19.035 19.450 -3 % Goldman Sachs 21.513 21.247 21.922 20.609 21.125 -2 % Morgan Stanley 15.181 16.369 17.437 16.935 17.447 15 % Deutsche Bank 16.512 16.611 15.671 13.699 10.767 -35 % Credit Suisse 14.279 13.389 12.199 9.874 9.972 -30 % Quelle: UBS. *hochgerechnet/geschätzt Die Einnahmen im globalen Investmentbanking sind im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent auf 85,0 Mrd. US-$ gesunken. Während die Einnahmen in den USA um 10 Prozent auf 44,9,1 Mrd. US-$ gefallen sind, sanken die Fees in der EMEA- Region um 12 Prozent auf 20,4 Mrd. US-$. Nur in der Region Asien-Pazifik (ex Japan) erhöhten sich die Einnahmen um 10 Prozent auf 16,1 Mrd. US-$. Innerhalb der europäischen Kernmärkte gab es die stärksten Rückgänge in Deutschland mit 15 Prozent auf 3,0 Mrd. US-$ sowie Großbritannien und Irland mit 14 Prozent auf 5,5 Mrd. US-$. In den einzelnen Segmenten verzeichnete das M&A-Geschäft mit 3 Prozent auf 26,8 Mrd. US-$ im Gesamtjahr 2016 die geringsten Rückgänge, während das Aktiengeschäft um 23 Prozent auf 15,5 Mrd. US-$ gesunken ist. Dagegen sind die Einnahmen im Bereich Debt Capital Markets (Geschäft mit Handel mit Staats- und Unternehmensanleihen, Währungen, Rohstoffen) um 6 Prozent auf 24,8 Mrd. US-$ gestiegen – und haben damit ein Drittel zu den gesamten Investmentbanking- Einnahmen beigesteuert 1 . Insgesamt sind die Einnahmen im globalen Investmentbanking ausgehend vom Höhepunkt im Jahr 2007 um 27 Prozent gefallen. US-Banken dominieren im Investmentbanking Die guten Ergebnisse der US-Investmentbanken in den letzten Jahren zeigen die tiefer werdende Kluft zwischen amerikanischen und europäischen Banken. Vor allem im Handelsgeschäft liegen Welten zwischen den Kontinenten. Während die Einnahmen der im Kapitalmarktgeschäft führenden europäischen Banken wie Deutsche Bank, Credit Suisse und Barclays im Jahr 2013 noch ungefähr auf dem Niveau von Morgan Stanley und Bank of America Merill Lynch lagen 2 , hat sich die Ertragslücke seit 2015 zwischen den amerikanischen und europäischen Instituten weiter ausgeweitet und wird sich 2017 voraussichtlich fortsetzen ÿ 1. Schätzungen zufolge dürfte JP Morgan dann fast das Dreifache der Erträge generieren, die die Deutsche Bank im Kapitalmarktgeschäft erzielen wird. Seit 2013 haben die Deutsche Bank und die Credit Suisse Erträge im Kapitalmarktgeschäft um 35 bzw. 30 Prozent eingebüßt, während Morgan Stanley und JP Morgan 15 bzw. 7 Prozent hinzugewonnen haben. JP Morgan beansprucht Führungsposition Zuletzt untermauerte die US-Investmentbank JP Morgan ihre Führungsstellung im globalen Kapitalmarktgeschäft. Dahinter rangieren Goldman Sachs, Bank of America Merrill Lynch und Morgan Stanley auf den vorderen Plätzen. Als beste europäische Bank findet sich Barclays auf dem sechsten Rang. Die Deutsche Bank rutschte im Vergleich zum Vorjahr um einen Rang nach unten und rangiert auf dem achten Platz ÿ 2. Fast alle Banken mussten gegenüber dem Vorjahr zweistellige Rückgänge hinnehmen, wobei Bank of America ML mit -18 Prozent und Deutsche Bank mit -20 Prozent die stärksten Einbrüche verzeichneten. Unter den Top-10-Investmentbanken konnte lediglich JP Morgan ihren Marktanteil auf 6,8 Prozent erhöhen. Einen erheblichen Anteil der Erträge erwirtschaften die amerikanischen Banken inzwischen im asiatisch-pazifischen Raum und profitieren von der Dynamik in dieser Region. Der Anteil der APAC-Staaten an den Erträgen im Kapitalmarktgeschäft ist in den vergangenen sechs Jahren trotz einer Schwächephase 2015 mittlerweile auf 23 Prozent gestiegen 3 . Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Vor allem in Nordasien mit China (+ 25 Prozent) haben sich die Einnahmen zuletzt merklich um 17 Prozent erhöht. Im Kontrast dazu sind die Aktivitäten in Südostasien bzw. Südasien um 6 Prozent gesunken. Auch in Australien, (-12 Prozent), Hongkong (-13 Prozent) und Japan (-7 Prozent) sanken die Einnahmen. Von diesem Trend werden in erster Linie die US-amerikanischen und chinesischen Banken (z. B. CITIC und ICBC) profitieren. In Japan wiederum konnte sich 2016 nur Morgan Stanley unter den Top-5-Banken positionieren. 02 // 2017 9

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