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die bank 02 // 2017

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT 2 | Rangliste

MARKT 2 | Rangliste Globale Investmentbanken 2016 Jahreszahlen, Mio. US-$ Rang 2016 Bank Einnahmen Veränderung Marktanteil 1 JP Morgan 5.791 -4,7 % 6,8 % 2 Goldman Sachs 5.108 -14,6 % 6,0 % 3 BoA Merrill Lynch 4.541 -17,8 % 5,3 % Hohes Gewinn-Niveau trotz leichter Rückgänge Dank eines besseren Konjunkturzyklus, der verbesserten Assetqualität und der höheren Rentabilität stehen die US-Institute wesentlich besser da als die europäische Konkurrenz. Hinzu kommen tendenziell höhere Ratings. Die Ratingagentur Moody‘s führt die höheren Gewinne der US-Banken vorrangig auf deren stärker diversifizierte Geschäftsmodelle zurück. Nach eigenen Angaben konnte die Bank of America (BoA) Marktanteile von europäischen Instituten gewinnen, da diese ihr Geschäft restrukturieren bzw. verkleinern mussten. Dagegen musste Citigroup zwar einen Gewinnrückgang um 8 Prozent hinnehmen, was vor allem auf die konzerneigene Abwicklungssparte Citi Holdings zurückzuführen ist. Als große Stütze erwies sich dabei der Handel mit Anleihen, der um 35 Prozent anzog. Trotz der Flaute der letzten Jahre hatte die US-Bank im Gegensatz zur Konkurrenz kaum Einschnitte in diesem Bereich vorgenommen und profitierte nun von der positiven Kehrtwende in diesem Geschäftsfeld. JP Morgan hat zwar ebenfalls einen Gewinnrückgang um 8 Prozent verzeichnet. Allerdings ist dies der Tatsache geschuldet, dass die Bank im Vorjahr von Steuergutschriften in Höhe von 2,2 Mrd. US-$ profitierte. Ansonsten erzielte JP Morgan bei um 8 Prozent gesteigerten Nettoumsätzen ein gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel verbessertes Vorsteuerergebnis und profitierte vom Rückzug der europäischen Konkurrenz aus dem US-Markt. Als Folge daraus konnte das Institut das beste Ergebnis im Investmentbanking-Segment seit mehreren Jahren vorweisen. Regulierungskosten vs. Kostensenkungsprogramme Die erhöhten Aufwendungen für die Regulierungen dürften die enormen Anstrengungen der Banken bei der Reduzierung ihrer Kosten zumindest mittelfristig weiter konterkarieren. Da neue Regulierungen und niedrige Zinsen die Gewinne belasten, haben diverse US-Banken – und hier insbesondere die Bank of America – in den letzten Jahren viele Jobs gestrichen. Die Gewinne aus den Kostensenkungsprogrammen dienen zu einem großen Teil dazu, den Mehraufwand rund um die Themen Regulatorik und Compliance zu finanzieren. Hinzu kommen Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten, erhebliche Investitionen in neue digitale Technologien sowie in den Umbau der Legacy-Plattformen. Festzuhalten ist, dass die Kapitalquoten der US-Banken im Schnitt besser sind als jene der europäischen Wettbewerber. Bei den risikogewichteten Eigenkapitalquoten schneidet Morgan Stanley unter den US-Instituten per Ende September 2016 mit 15,9 Prozent am besten ab. Dahinter rangieren Citigroup mit 12,6 Prozent, Goldman Sachs mit 11,9 Prozent, JP Morgan mit 11,9 Prozent und BoA mit 10,5 Prozent. Letztere weisen somit im internationalen Vergleich eine eher unterdurchschnittliche Quote auf. Die US-Banken ermitteln die RWAs im Basel-III-Standardansatz und im fortgeschrittenen Ansatz. Für die US-Notenbank Fed relevant ist die kleinere der beiden CET1-Quoten (Dodd-Frank Floor) 4 . Das Management der Großbanken will mittelfristig mit einem Puffer von 50-100 BP über der jeweiligen institutsspezifischen, von der Fed geforderten CET1- Quelle: Thomsen Reuters. Mindestquote von 4,5 Prozent operieren. Bei den mit den US-Investmentbanken vergleichbaren europäischen Instituten ist die UBS mit einer CET1-Ratio von 14 Prozent am besten kapitalisiert. Mit deutlichem Abstand folgen Credit Suisse mit 12 Prozent, Barclays mit 11,6 Prozent und Deutsche Bank mit 11,1 Prozent. Gemäß dem im November veröffentlichten Jahresbericht durch den Finanzstabilitätsrat (FSB) zählen Citigroup und JP Morgan weltweit zu den Banken mit größter Systemrelevanz. Beide Institute müssen daher einen Systemrelevanz-Zuschlag auf ihr Eigenkapital in Höhe von 2,5 Prozent vorweisen. Bei der Bank of America beträgt der Zuschlag 2 Prozent und bei Goldman Sachs und Wells Fargo jeweils 1,5 Prozent. Die höchsten Zuschläge auf ihr Eigenkapital müssen unter den europäischen Instituten HSBC und Deutsche Bank mit jeweils 2 Prozent sowie Barclays und Credit Suisse mit 1,5 Prozent verkraften. 5 FAZIT 4 Morgan Stanley 4.488 -13,3 % 5,3 % 5 Citigroup 3.906 -7,3 % 4,6 % 6 Barclays 3.190 -2,0 % 3,8 % 7 Credit Suisse 2.919 -7,9 % 3,4 % 8 Deutsche Bank 2.755 -20,1 % 3,2 % 9 Wells Fargo 2.114 -6,0 % 2,5 % 10 RBC Capital Markets 1.786 -4,0 % 2,1 % Von der vom neuen US-Präsidenten Donald Trump angekündigten Neuausrichtung in der Bankenregulierung, wonach bestimmte Teile des Dodd-Frank-Acts gelockert werden sollen, dürften in erster Linie die US-Banken profitieren. Zu den wichtigsten Treibern für ein höheres Ertrags- und Gewinnniveau könnten eine höhere wirtschaftliche Dynamik, steigende US-Zinsen und Infrastrukturinvestitionen sowie höhere Marktvolatilitäten gehören. Abzuwarten bleibt, inwiefern auch die europäischen Institute von einer gelockerten Regulierung begünstigt werden. Im Kontrast dazu könnten die Risiken im globalen Bankensystem wegen der von Donald Trump angeregten Selbstregulierung – vor allem im Fall eines wirtschaftlichen Abschwungs – weiter zunehmen. Insgesamt dürfte eine Deregulierung dazu führen, dass die Bankgewinne und damit auch ihre Krisenanfälligkeit wieder stärker prozyklisch werden. Autor: Karl-Heinz Goedeckemeyer. 1 Thomsen Reuters, Global Investmentbanking Review, Full Year 2016. 2 UBS, European IB Revenue Flash, November 2016 3 Bain & Company, Kapitalmarktgeschäft im Wandel. 4 LBBW Research, US-Bankenmarkt. 5 S&P Global Market Intelligence, U.S. banks dominate G-SIB list. 10 02 // 2017

MARKT ZINSBUCHSTEUERUNG IM NULLZINSUMFELD Handlungsoptionen durch Swaptions Für viele Banken stellt eine passive, an gleitenden Benchmarks ausgerichtete Zinsbuchsteuerung den zentralen Steuerungsansatz für das Management des Zinsrisikos im Bankbuch dar. Eine solche Steuerung hat auch im aktuellen Zinsumfeld grundsätzlich nicht an Sinnhaftigkeit verloren. Langfristige Fälligkeiten zum Management der Niedrigzinsphase sind unbedingt aufrechtzuerhalten. Durch die Einbindung von Swaptions in die passive Zinsbuchsteuerung kann strukturellen Ergebniseinbußen in diesem Geschäftsfeld aber begegnet werden. 02 // 2017 11

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