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die bank 02 // 2016

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó BERUF & KARRIERE

ó BERUF & KARRIERE ARMIN VON FALKENHAYN Der Loyale fi AT THE TOP Treue und Loyalität sind in der Regel positiv interpretierte Charakter-Eigenschaften. In dieser schnellebigen Zeit sind diese Vorzüge allerdings gerade in der Finanzbranche nicht mehr allzu häufig anzutreffen. Denn in diesem Wirtschaftszweig, gerade an den Börsen, verändert sich die Lage sekündlich. Dort, wo die Technologie eine immer größere Rolle spielt und Geschäfte in der Cloud stärker durch Algorithmen bestimmt werden, ist Anpassungsfähigkeit gefragt. An den grundlegenden Aufgaben der Banken im Geldstrom moderner Volkswirtschaften, also am sogenannten Aktiv- und Passivgeschäft der Institute, hat sich über die Zeit hinweg indes wenig geändert. Wenn einer dieses Aufgabenspektrum kennt, weil er sich seit mehr als zwei Dekaden in diesem Dunstkreis bewegt, dann Armin von Falkenhayn ist seit 2015 Deutschland-Chef der Bank of America Merrill Lynch International. Er hat sein Handwerk u. a. bei der Deutsche Bank erlernt, in verschiedenen Positionen im In- und Ausland. Von Falkenhayn arbeitete als Vorstandsassistent von Josef Ackermann, in den Bereichen Leveraged Finance und in der europäischen Industriegruppe Chemie in Frankfurt und London. 2002 übertrug ihm die Deutsche Bank die gesamthafte Betreuung deutscher Unternehmen. 2011 wurde er zum Global-COO für Corporate Finance und anschließend zum Co-Head des Bereichs Corporate Banking & Securities berufen. In dieser Funktion war er neben dem gesamten Investmentbanking auch für die Betreuung der 1.400 größten deutschen Firmenkunden zuständig. ist es Armin von Falkenhayn. Der Banker ist seit Mitte des vergangenen Jahres Deutschland-Chef der Bank of America Merrill Lynch International mit Sitz in Frankfurt am Main. Falkenhayn genießt nicht nur wegen seiner besonnenen und ruhigen Art in der Branche einen exzellenten Ruf. Sein Handwerkszeug hat er u. a. bei der Deutsche Bank erlernt, für die er über einen Zeitraum von immerhin 25 Jahren aktiv war, in verschiedenen Positionen im In- und Ausland. Nach seinem Eintritt bei Deutschlands größter Bank war er in verschiedenen Funktionen mit besonderem Fokus auf die Betreuung von global tätigen Unternehmen aktiv. Auch die obere Entscheidungsebene hat der Top-Banker kennengelernt, als er in den Jahren zwischen 1997 und 1999 als Vorstandsassistent von Josef Ackermann tätig war. Dann arbeitete er in den Bereichen Leveraged Finance und in der europäischen Industriegruppe Chemie in Frankfurt und London. Im August 2002 übertrugen ihm die Gremien der Deutsche Bank die gesamthafte Betreuung deutscher Unternehmen. In diesen speziellen Kundenkreisen genießt Falkenhayn einen sehr guten Ruf, denn in seiner Tätigkeit bei der Beratung und Finanzierung verschiedener großer Übernahme- und Fusions-Transaktionen war er sehr erfolgreich. Dies hat ihn in der Folge auf der Karriereleiter bei seinem einstigen Arbeitgeber steil nach oben klettern lassen. Im Jahr 2011 wurde er zum Global COO für Corporate Finance und anschließend zum Co- Head des Bereichs Corporate Banking & Securities berufen. In dieser Funktion war er neben dem gesamten Investmentbanking auch für die Betreuung der 1.400 größten deutschen Firmenkunden zuständig. Die rund 25-jährige Tätigkeit für die Deutsche Bank hat Falkenhayn stark geprägt. Er ist Banker mit Leib und Seele. Das hat er in den vergangenen Jahren immer wieder deutlich gemacht. An Karrieren in der Finanzbranche interessierten jungen Menschen rät er zur Fokussierung aufs Investmentbanking. „Hier sind die Aufgaben im Vergleich zu alternativen Jobs wesentlich vielfältiger“, sagt er, der die Werbetrommel für Banken auch mit dem Argument der Weiterentwicklungs- Chancen rührt. Er betont, dass im Investmenbanking viele große Transaktionen bearbeitet werden, sich Banker also gedanklich breit aufstellen müssen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten gerade auch auf internationaler Ebene vorfinden. Von Vertretern der Wirtschaft wird Falkenhayn mit Lob überschüttet. Er habe als 78 diebank 02.2016

BERUF & KARRIERE ó Banker zum Beispiel bei M&A-Transaktionen besonnen und zielgerichtet agiert. Dies auch deshalb, weil er einen sehr engen Kontakt zu den Verantwortlichen der in Transaktionen verwickelten Unternehmen gesucht habe. Das galt auch dann, als die Schäffler-Gruppe vor Jahren versuchte, den größten deutschen Reifenkonzern Continental vollständig zu übernehmen. Heute beklagt von Frankenhayn, dass Europa bei Übernahme-Transaktionen wesentlich zögerlicher ist als die US-Wirtschaft. „In Europa agieren Unternehmens-Manager wesentlich vorsichtiger als in den USA“, sagt der Banker. Auf das Know-how von Armin von Falkenhayn setzt jetzt auch der kanadische Düngemittelriese Potash Corp of Saskatchewan. Dieser hat bei seinem Bemühen um die Übernahme des in Kassel ansässigen deutschen Konkurrenten K+S die Bank of America mit ins Boot genommen. Was während von Falkenhayns Tätigkeit für die Deutsche Bank bereits auffiel, war und ist noch immer seine generelle Zurückhaltung. Er ist keiner der machohaft auftretenden Lautsprecher der globalen Bankenszene. Falkenhayn agiert eher dezent im Hintergrund. Hier überzeugt der Experte in seiner ruhigen Art mit Fachwissen und Weitsicht. Auch der gekonnte humane Umgang mit den Mitarbeitern wird von jenen, die ihn zu kennen glauben, als eine seiner Stärken bezeichnet. Aber exakt diese von einigen Betrachern als Stärke bezeichneten Eigenschaften könnten möglicherweise dazu beigetragen haben, dass es Mitte 2014 beim größten deutschen Geldhaus mit seiner Karriere plötzlich stockte. Dass Falkenhayn das Institut verließ, begründen Beobachter auch damit, dass ihm die Gremien der Bank einen „Neuen“ vor die Nase setzten. Angeblich haben die beiden seinerzeitigen Co-CEOs Anshu Jain und Jürgen Fitschen selbst die Entscheidung forciert, für Karl-Georg Altenburg von JP Morgan eine eigene Position innerhalb des Bankkonzerns zu schaffen. In dieser hierarchischen Abfolge wäre Altenburg über von Falkenhayn gestellt gewesen. Dieser zeigte sich tief enttäuscht über diesen Mangel an Loyalität vonseiten der Bank. „Er hat diese Entscheidung nicht widerspruchslos hingenommen, hat seine Meinung geäußert und sich dann letztlich gegen die Bank entschieden“, erklärt einer seiner ehemaligen Weggefährten in Frankfurt. Dieses konsequente Verhalten hat ihn ins Rampenlicht der Bankenszene gerückt. Den Gremien der Bank of America Merrill Lynch (BofAML) war der aus der Kurpfalz stammende Falkenhayn seit längerem bereits positiv aufgefallen – wegen seiner exzellenten Fachkenntnisse, seiner eloquenten Art, seines menschlichen Umgangs mit Mitarbeitern und nicht zuletzt wegen seiner weltweiten Vernetzung, Und so machten sie ihn Anfang Juni 2015 kurzerhand zum neuen Deutschland-Chef der Bank und ernannten ihn offiziell zum Country Executive und Leiter des Investmentbankings im deutschsprachigen Raum. Er hat diese Position von Holger Bross übernommen, der das Geschäft seit dem Jahr 2012 geleitet hatte und sich nach Falkenhayns Eintritt in die Bank auf die Position des Chairmans zurückzog. Die Bank of America ist die größte Geschäftsbank in den USA mit 57 Mio. Privat- und Geschäftskunden, über 5.900 Filialen und ca. 18.000 Geldautomaten. Sie betreut Kunden in mehr als 100 Ländern über Büros in über 40 Ländern. Die BoA ist Marktführer im Kreditkartengeschäft in den USA und ist mit fast 20.000 Kundenberatern einer der größten Vermögensverwalter der Welt. Die 100-prozentige Tochter Merrill Lynch & Co ist seit 2009 Teil der Bank of America Corporation. Kapitalmarktgeschäft und Investmentbanking von Bank of America und Merrill Lynch treten seither unter der Marke Bank of America Merrill Lynch auf. In Deutschland ist das Finanzhaus nicht zuletzt durch sein Fonds- und Zertifikategeschäft bekannt. fl Jungen Menschen rät er zur Fokussierung aufs Investmentbanking: „Hier sind die Aufgaben im Vergleich zu alternativen Jobs wesentlich vielfältiger.“ Armin von Falkenhayn blickt als führender Vertreter einer US-Bank derzeit auch mit großem Interesse nach Übersee, wo es in Washington und New York heiße Diskussionen um das Wohl und Wehe der Finanzwelt gibt. Dabei geht es zum einen um die Zukunft der Wall Street im Generellen sowie um die künftige Rolle der Großbanken im Speziellen. „Ist eine Bank für die Insolvenz zu groß, ist sie auch zu groß, um zu existieren“, hat der demokratische Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders in einer vielbeachteten Rede zuletzt erklärt. Sanders hat für den Fall seines Wahlsiegs Maßnahmen gegen Gier, Betrug und Arroganz der Banken angekündigt und dies auch damit erklärt, dass einige der US- Großbanken heute 80 Prozent größer seien als zu jenem Zeitpunkt, als sie mithilfe von Staatsgeldern vor dem Zusammenbruch gerettet werden mussten. Zu der kritischen Stimmung, die in weiten Kreisen der Öffentlichkeit gegenüber der Finanzszene herrscht, mag auch die teilweise bestehende Uneinsichtigkeit der exzessiven Branche beigetragen haben. Dies gerade in einer Zeit, in der Banken durch die Entlassung von Mitarbeitern auf die Optimierung der Erträge zielen. Von Falkenhayn hat künftig ein großes Aufgabenspektrum zu bewältigen. Man kann ihm zutrauen, diese Aufgaben zu bewältigen. ó Jonas Dowen 02.2016 diebank 79

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