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die bank 02 // 2016

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

„MACHEN UND

„MACHEN UND AUSBADEN“ Übernahmen scheitern oft ó Die Mehrheit aller Unternehmensübernahmen und -fusionen scheitert; je nach Messmethode zeigten sich Misserfolgsquoten von bis zu 70 Prozent. Die Zahlen nannte Lars Schweizer von der Frankfurter Goethe-Universität. Im Durchschnitt scheitere mindestens jede zweite Übernahme, so der Inhaber der UBS-Stiftungsprofessur für BWL. Er hat untersucht, wie Unternehmen bei M&A-Aktivitäten erfolgreicher sein können. Dabei zeigte sich, dass Unternehmen, in denen ein zentral aufgehängtes internes Team den Übernahmeprozess von Anfang bis Ende begleitet, erfolgreicher sind als solche, wo sich mehrere Abteilungen die Arbeit teilten. Letzteres sei jedoch noch recht weit verbreitet. Ein Team entwickelt die Strategie, andere nehmen die Bewertung vor, wieder andere kümmern sich um die Integration. „Da gehen viele Informationen an den Schnittstellen verloren, und zudem wird der nächste Schritt oft nicht mitgedacht“, so Schweizer. Keine große Hilfe sind nach seinen Ergebnissen externe M&A-Berater. Diese könnten zwar den Übernahmeprozess managen, ihnen fehle aber in der Regel das interne Know-how, um die Transaktion langfristig erfolgreich umzusetzen. Meist seien die Berater in der Integrationsphase auch gar nicht mehr beteiligt. Schweizer: „Daher heißt es gern, dass M&A in der Beratersprache für ‚Machen und Abhauen‘ steht, während es für das Unternehmen heißt: ‚Machen und Ausbaden‘.“ WIRTSCHAFTLICHE PERSPEKTIVEN Grund zur Zuversicht ó Trotz rückläufiger Rohstoffpreise sieht Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise kein erhöhtes Deflationsrisiko für Europa. Die Binnenkonjunktur ist angesprungen, der niedrige Ölpreis hilft der Wirtschaft, und die Zahl der Arbeitsplätze steigt deutlich. Unternehmen und Verbraucher seien deutlich optimistischer als noch vor ein, zwei Jahren. Heise geht davon aus, dass der Aufschwung in diesem Jahr sowohl an Schwung und Breite als auch an Stabilität gewinnen und damit zunehmend selbsttragend werde. In Zahlen schätzte er das Wirtschaftswachstum auf 1,8 Prozent, das sind 0,3 Prozentpunkte mehr als 2015. Für den Ökonomen zeigt sich die deutsche Wirtschaft in einem anhaltenden Aufschwung: Die Beschäftigung nimmt in fast allen größeren Wirtschaftszweigen zu, die extrem expansive Geldpolitik liefere weitere Impulse, ebenso die beschlossenen finanzpolitischen Maßnahmen (investive Maßnahmen, Entlastungen in der Einkommenssteuer) und die hohen Ausgaben infolge der Flüchtlingsmigration. Hinzu kommt, dass die deutschen Exporte durch den verhältnismäßig niedrigen Außenwert des Euro sehr wettbewerbsfähig sind. Dadurch dürfte sich das Wachstum im kommenden Jahr noch verstärken. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2016 um 2,2 Prozent zunehmen, für das Jahr 2017 rechnet Heise derzeit mit einem leicht geringeren Wachstum von 1,9 Prozent. GEGEN GLOBALEN TREND – EMISSIONSVOLUMEN MEHR ALS VERDOPPELT Deutsche IPOs auf einem Acht-Jahres-Hoch ó Während der Markt für IPOs im Jahr 2015 nach dem starken Vorjahr global einen leichten Rückgang erfuhr, stieg in Deutschland die Zahl der Börsengänge im Prime Standard von elf auf 15. Die Unternehmen erlösten dabei 7,1 Mrd. €, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Zudem gingen mit Curetis und Uniwheels zwei deutsche Firmen im Ausland (Euronext Amsterdam bzw. Warschau) an die Börse. Die meisten Transaktionen und das höchste Emissionsvolumen verzeichnete in Europa London mit 36 IPOs im Wert von 14,3 Mrd. US-$, was aber sowohl in der Transaktionszahl als auch beim Emissionsvolumen deutliche Rückgänge bedeutet. Global betrachtet sank die Zahl der Börsengänge gegenüber dem Vorjahr allerdings um zwei Prozent, das Emissionsvolumen ging um ein Viertel zurück. Hauptgründe dafür waren der zeitweise IPO-Stopp in China und der Einbruch in den USA, wo 2015 das Emissionsvolumen um 65 Prozent sank. Die Zahlen stammen aus dem aktuellen IPO-Barometer des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY. In Deutschland verliefen etliche Börsengänge weniger reibungslos als von den Emittenten geplant, einige Börsenaspiranten mussten Abstriche beim Emissionsvolumen machen, resümiert Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY. Unterm Strich gab es sechs Börsengänge mit einem Volumen von über 500 Mio. €. Mit dem Covestro-Börsenstart gelang zudem der größte Börsengang in Deutschland seit 2007. Für das kommende Jahr rechnet Steinbach mit einer Entwicklung auf ähnlich hohem Niveau – ein einigermaßen ruhiges Marktumfeld vorausgesetzt. Weltweiter IPO-Markt: Regionen im Überblick Weltweit 2015 2014 Entwicklung Emissionsvolumen (in Mrd. US-$) 195,53 259,96 -25 % Zahl der IPOs 1.218 1.240 -2 % Europa Emissionsvolumen (in Mrd. US-$) 62,31 62,03 0 % Zahl der IPOs 251 264 -5 % China Emissionsvolumen (in Mrd. US-$) 59,46 43,30 37 % Zahl der IPOs 344 248 39 % USA Emissionsvolumen (in Mrd. US-$) 33,34 96,11 -65 % Zahl der IPOs 173 291 -41 % Quelle: EY. 36 diebank 02.2016

Betriebswirtschaft Kompakt TROTZ NIEDRIGWERT 2015 Erste Branchen mit Pleitenanstieg ó Die Wirtschaftslage in Deutschland ist gut, deshalb sinkt die Zahl der Unternehmenspleiten immer weiter. 2015 mussten 23.230 Unternehmen Insolvenz anmelden, das ist der niedrigste Wert seit der Einführung der Insolvenzordnung (InsO) im Jahr 1999. Jedoch ist in Teilbereichen der deutschen Wirtschaft – im Bau- und Verarbeitenden Gewerbe – bereits wieder ein ansteigender Trend erkennbar. Weniger Firmeninsolvenzen bedeuten weniger Schäden für die Insolvenzgläubiger: Ihre Ausfälle verringerten sich auf 19,6 Mrd. € berichtet Creditreform. Die Zahl der durch Pleiten betroffenen Arbeitsplätze lag bei 225.000 nach zuletzt 264.000; u. a. weil weniger Großunternehmen betroffen waren. Kleinstunternehmen mit bis zu fünf Arbeitsplätzen sind für über 80 Prozent der Insolvenzen verantwortlich. Das spiegelt sich auch in der Umsatzgröße wider. So gab es mehr Insolvenzen bei Unternehmen mit 0,5 bis 5,0 Mio. € Umsatz, dafür halbierte sich die Zahl der Großinsolvenzen (Unternehmen > 50 Mio. € Umsatz). Die bekanntesten Fälle 2015 betrafen die Imtech Deutschland GmbH mit gut 3.500 Beschäftigten, den Modehändler Strauss Innovation, der schon zum zweiten Mal in die Insolvenz ging, sowie den Sauerländer Traditionsbetrieb Kettler. In der Masse sind die insolventen Unternehmen entweder noch sehr jung oder befinden sich knapp 20 Jahre nach ihrer Gründung. ERSTER RÜCKGANG SEIT 18 MONATEN Weniger Unternehmenskredite ó Das Kreditneugeschäft der deutschen Banken und Sparkassen mit Unternehmen und Selbstständigen ist im dritten Quartal 2015 erstmals seit anderthalb Jahren geschrumpft, schätzt KfW Research in seinem aktuellen Kreditmarktausblick. Der Rückgang belaufe sich auf 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Trotz niedriger Kreditkosten und auch sonst vorteilhafter Bedingungen (z. B. Besicherung, Kredithöhe, Fristigkeiten) sei der Unternehmenskreditmarkt damit nach dem Schub ab Sommer 2014 wieder aus dem Tritt geraten. Auch aufgrund nachteiliger Basiseffekte sei mit einer Rückkehr zu positiven Wachstumsraten frühestens ab Mitte 2017 zu rechnen. Das Kreditneugeschäft mit Firmen steht damit in deutlichem Kontrast zum kräftig wachsenden Markt für Wohnungsbaukredite. Die schwache Kreditnachfrage sei schwer zu überwinden, sagt KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Angesichts der ausgezeichneten Finanzlage des deutschen Unternehmenssektors sei ein stabiler Aufwärtstrend beim Kreditneugeschäft nur dann zu erwarten, wenn die Investitionstätigkeit nachhaltig und in der Breite an Kraft gewinne. BETEILIGUNGSKAPITAL Studie belegt Erfolgschance ó Unternehmen, die mit Beteiligungskapital finanziert sind, entwickeln sich deutlich besser als vergleichbare Unternehmen ohne diese Kapitalform. Für eine gemeinsame Studie nahmen der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK), die AFC Consulting Group sowie die Unternehmensberatung Otto, Küsters & Company über sechs Jahre 555 beteiligungsfinanzierte Unternehmen unter die Lupe. Die Ergebnisse belegen, dass bei Schlüsselindikatoren wie Umsatz, Beschäftigtenzahl oder Eigenkapitalquote Beteiligungsunternehmen positivere Ergebnisse als die gesamtwirtschaftliche Referenzgruppe verzeichneten. Wachsen die Unternehmen nun überdurchschnittlich, weil sie Beteiligungskapital aufnehmen oder tun sie dies eben, weil sie wachsen, stellte Sonnfried Weber die Frage nach „Henne und Ei“. Den Erfolg beteiligungsfinanzierter Unternehmen belegten nicht nur deren überdurchschnittliche Wachstumsraten, sondern auch zahlreiche Auszeichnungen und Preise. Der Sprecher der BayBG-Geschäftsführung stellt die Bedeutung einer stabilen und langfristigen Beteiligungsfinanzierung gerade für Mittelstandsunternehmen heraus, die mit umfangreichen Investitionen einen Wachstumssprung realisieren wollen. 02.2016 diebank 37

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