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die bank 02 // 2015

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó IT & KOMMUNIKATION

ó IT & KOMMUNIKATION Abteilungen findet die Belegschaft deshalb im Intranet. Doch die „Content-Kakophonie“, wie Frank Sanders sie nennt, droht auch hier, den Leser zu überfordern. Nach massivem Personalabbau und zunehmender Arbeitsverdichtung haben die Mitarbeiter von Banken eines definitiv nicht zu viel: Zeit. Deshalb gilt es, Prioritäten zu setzen und Ordnung zu schaffen. „Gezielt informieren und nicht aus allen Rohren schießen“, das ist für Anja Niggemann ein fester Grundsatz in ihrer Medienstrategie. Nicht jeder wolle und müsse alles lesen. Vom Intranet für alle zum personalisierten Intranet hat sie deshalb das betriebsinterne Netz weiterentwickelt. „Jeder Kollege kann jetzt als Unterseite sein eigenes Intranet konfigurieren, indem er persönliche Module anlegt, sei es die Nachrichten der letzten 14 Tage, Zahlen zu Vertriebsumsätzen oder auch News aus den Filialen“, erklärt die Leiterin der internen Kommunikation der Targobank. Wie viele Konkurrenten nutzt die Targobank darüber hinaus die neuen Medien, um einen engeren Kontakt zu den Führungskräften herzustellen. Einmal monatlich etwa schreibt der Vorstandsvorsitzende Franz Josef Nick persönlich einen Newsletter an die gesamte Belegschaft. Vertriebsvorstand Berthold Rüsing bloggt zu Vertriebsthemen und folgt damit dem Beispiel vieler Kollegen anderer Institute, die sich modern geben und zeitgemäß kommunizieren wollen. Das kommt gut an. Rüsing erhält zahlreiche Kommentare seiner Leser. Der Vorstand schreibt Newsletter, der Vertriebler bloggt Die Vorteile der digitalen Welt nutzen die Banken nicht nur zur Information, sondern verstärkt auch zur Zusammenarbeit im Netz. Mitten in diesem Prozess steckt Janine Krönung. „Wir entwickeln gerade mit unserer holländischen Mutter das Intranet zu einer zentralen Informations- und Kollaborationsplattform“, sagt die Referentin Interne Kommunikation bei der ING-DiBa, der drittgrößten deutschen Privatkundenbank. Das Internet sei nicht länger nur das Medium für tagesaktuelle Nachrichten, Informationen aus den Abteilungen und bankspezifische Applikationen, sondern solle verstärkt die Zusammenarbeit der Mitarbeiter unterstützen. „In digitalen Arbeitsbereichen werden wir künftig standort-, abteilungs- und hierarchieübergreifend gemeinsam an Projekten arbeiten und so auch das Wissensmanagement voranbringen“, gibt Krönung das ehrgeizige Ziel vor. Ein Erfolgskriterium hat die Kommunikationswissenschaftlerin auch schon ausgemacht. „Es muss gewährleistet sein, dass aktuelle Informationen an zentraler Stelle zu finden sind und neue Informationen strukturiert abgelegt werden.“ Ob und wie bei der Belegschaft ankommt, was die Kommunikatoren der Unternehmen über die diversen Kanäle streuen, sei es in Print oder digital, bleibt jedoch oftmals im Dunklen. Unternehmen investieren erhebliche Budgets in ihre eigenen Pu- blikationen, aber nur ein Drittel untersucht heute systematisch deren Wirkung, hat das Marktforschungsunternehmen Zehnvier herausgefunden. „Es besteht ein erheblicher Nachholbedarf“, glaubt deren Geschäftsführer Clemens Koob. Eine Blattkritik haben die meisten Redaktionsteams zwar etabliert. Die NordLB etwa liefert eine von einem Mitarbeiter verfasste Lesermeinung zur aktuellen Ausgabe von 361° sogar gleich auf der ersten Seite mit. Online-Kommentarfunktionen ermuntern bei digitalen Ausgaben zum Dialog. Commit bittet seine Leser um eine Schulnote für das gesamte E-Journal. Aber Tatsache ist auch, dass eher in der Kantine als via Leserbrief gemeckert wird. Doch den Aufwand einer Leserbefragung scheuen viele. So wundert es nicht, dass Corporate-Publishing-Profis die Frage nach dem wichtigsten Medium der internen Kommunikation stets gleich beantworten: Dies sei das persönliche Gespräch, das am ehesten die Stimmung und die ehrliche Meinung zutage fördere. Wenn es unerwartet etwas zu feiern gebe, etwa eine Auszeichnung, komme man auch mal spontan zusammen, sagt Johannes Friedemann von der Comdirect. „Das wird sehr geschätzt.“ ó Gut zu wissen Über Trends und Best-Practice-Beispiele im Corporate Publishing (z. B. Mitarbeiter- und Kundenmagazine) informiert ausführlich das Branchenportal cpwissen.de unter mit einem speziellen Segment für die Finanzbranche. Studien und Best-Practices veröffentlicht der Branchenverband Forum Corporate Publishing unter www.forum-corporate-publishing.de Welche Mitarbeitermagazine, egal ob Print oder online, aktuell bei Experten als besonders erfolgreich eingestuft werden, erfährt man unter www.bcp-award.com – der BCP-Award ist mit über 600 eingereichten Publikationen der größte Corporate Publishing-Wettbewerb in Europa – sowie unter www.foxawards.de. Der Berufsverband der PR-Fachleute informiert unter www.dprg.de über Branchentrends. Über den Einfluss der Digitalisierung auf die Unternehmenskommunikation berichtet eine neue Studie der PR-Agentur Weber Shandwick. 58 diebank 2.2015

IT & KOMMUNIKATION ó Inhalte müssen inspirierend sein INTERVIEW Burkhard Tewinkel ist Managing Director der Medienagentur C3 Creative Code and Content. Neben Publikationen für die Belegschaft konzipiert und produziert er Kundenmagazine, Corporate Books, Kommunikationskampagnen sowie mobile Applikationen für Smartphones und Tablets. Die Agentur beschäftigt 400 Mitarbeiter, setzt 59 Mio. € um und ist damit die Nummer eins unter den Spezialisten für Corporate Publishing. fi INTERVIEW die bank: Herr Tewinkel, in der Bankbranche nimmt der Wettbewerb extrem zu. Darüber hinaus steigt die Regulierung, was die Kosten treibt und auf die Margen drückt. Die Versuchung dürfte deshalb groß sein, als erstes in der internen Kommunikation den Rotstift anzusetzen. Tewinkel: Früher ist genau das passiert. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wurde dort gespart, wo es vermeintlich am wenigsten schmerzte. Heute erkennen die Unternehmen, dass auch interne Kommunikation nicht ersetzbar ist. Sie dient nicht nur der Information, der Motivation und der Teilhabe. Wer künftig die besten Köpfe gewinnen will, muss sich im Rahmen des Employer Branding erfolgreich positionieren. Interne Kommunikation leistet auch da einen entscheidenden Beitrag. Zufriedene Mitarbeiter sind neben zufriedenen Kunden eine exzellente Werbung. die bank: Einsparpotenzial haben sich Unternehmen auch von der Einstellung der gedruckten Mitarbeitermagazine versprochen. Nur noch online sollten die Inhalte vertrieben werden. Tewinkel: An diese These glaubt heute kaum noch jemand. Mittelfristig wird das Intranet nicht die gedruckte Mitarbeiterzeitschrift ablösen. Bislang gibt es nur wenige Ausnahmen wie die Direktbank Comdirect, die Anfang 2014 das Printmedium Compakt durch das E- Journal Commit abgelöst hat. IBM hingegen hat vor einigen Jahren seine Mitarbeiterzeitschrift in Deutschland eingestellt. Nach zwei Jahren wurde sie wieder eingeführt. die bank: Was zeichnet denn das gedruckte Magazin aus? Tewinkel: Print eignet sich hervorragend für Hintergrundstücke, die man in Ruhe gegebenenfalls auch zu Hause liest. Online ist das schnellere Medium und immer dann im Vorteil, wenn es um Nachrichten geht oder die persönliche Kommunikation etwa eines Vorstands via Chat, Video oder Blog sowie den Austausch der Mitarbeiter untereinander in sozialen Firmennetzwerken. die bank: Früher war die Sache einfach. Institute ab einer gewissen Größe druckten ein Mitarbeitermagazin, um über Interna zu informieren. Heute steht dank Digitalisierung ein Vielfaches an Medien zur Verfügung. Tewinkel: Unternehmensinhalte müssen deshalb heute extrem inspirierend oder außergewöhnlich nützlich sein. Sonst liest sie keiner. Dank Internet sind die Mitarbeiter über ihr Unternehmen zudem besser informiert als früher. Dadurch hängt die Latte bei der Qualität der Inhalte deutlich höher. Online publizierte Inhalte haben den Vorteil, dass sehr leicht messbar wird, wie stark die Medien genutzt werden. Auch bei Print schauen die Unternehmen genauer hin. Viele haben einen Leserbeirat gegründet, der im Rahmen einer Blattkritik jede Ausgabe genau unter die Lupe nimmt. Regelmäßig gibt es zudem Befragungen aller Leser. Auf Leserbriefe können sich die Redaktionen nicht verlassen. Maximal ein Prozent der Leser schreibt von sich aus, wie ihm das Magazin oder die Artikel gefallen. die bank: Welche Trends beobachten Sie in der internen Kommunikation? Tewinkel: Für mich ist der Megatrend Mobilität. Interne Kommunikation muss auf allen Geräten – PC, Smartphone und Tablet – gleichermaßen gut funktionieren, sich also auch optisch der Größe des Bildschirms anpassen. Kleine schnelle Formate wie Videoclips oder Blogs werden an Bedeutung gewinnen. Printmagazine – heute noch auf Rang eins – bleiben wichtig, werden aber von Online-Medien auf Platz zwei verdrängt. Unabhängig davon bleibt die wichtigste Form der internen Kommunikation das persönliche Gespräch. die bank: Herr Tewinkel, vielen Dank für das Gespräch. Das Interview führte Eli Hamacher. 2.2015 diebank 59

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