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die bank 01 // 2019

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

SCHWERPUNKT

SCHWERPUNKT ZAHLUNGSVERKEHR BANKEN UND ZAHLUNGSAKZEPTANZ Vom nationalen Kerngeschäft zum Service der Global Player Das Zahlungsakzeptanzgeschäft wandelt sich von einem nationalen Markt mit einer fragmentierten Wettbewerbslandschaft zu einem globalen Markt mit wenigen Anbietern. Gerade in den letzten Monaten hat die Dynamik in Deutschland und Europa zugenommen. Allein im Jahr 2017 haben mehr als 60 M&A- Transaktionen weltweit stattgefunden. Die jüngsten Transaktionen sind allerdings nur Vorankündigungen von noch folgenden größeren und globalen Konsolidierungsschritten. Die Bereitstellung von Lösungen für Händler zur Akzeptanz von bargeldlosen Transaktionen – sowohl im Geschäft vor Ort als auch online – ist historisch ein Bankengeschäft gewesen. Sie ermöglicht Banken die Absicherung ihrer Kundenbeziehung, die Generierung von Zusatzerlösen und den Zugang zu Transaktionsdaten. Der Konsolidierungswettbewerb setzt Banken jedoch immer stärker unter Druck – inzwischen haben zahlreiche Banken ihre Assets veräußert. Unsere Analyse zeigt, dass der Konsolidierungsprozess dabei in drei Wellen abläuft: Auf eine erste Welle, in der der Verkauf nationaler Assets stattfindet, folgt zunächst die regionale Konsolidierung und schließlich eine Welle mit transkontinentalen M&A-Aktivitäten. Erste Konsolidierungswelle: Verkauf nationaler Assets Der Beginn der Konsolidierung ist durch den Verkauf nationaler Assets gekennzeichnet, die auf inländisches Geschäft fokussiert sind. Verkäufer sind oft Banken, die historisch aus ihrer Bankrolle heraus an der Gründung der klassischen Dienstleister zur Akzeptanz von Kartenzahlungen im stationären Handel beteiligt waren. Banken verkaufen ihre Assets, da sie Zahlungsakzeptanz nicht länger als Kerngeschäft definieren und es daher an Investitions- und Expansionsbereitschaft fehlt. Da sich erfolgreiche Anbieter jedoch durch innovative Produkte und Services, digitale Prozesse und hohe Skalen auszeichnen, ist der Exit ein logischer Schritt. Käufer sind zumeist international agierende Zahlungsdienstleister oder Finanzinvestoren, die auf der Suche nach Expansionsmöglichkeiten und geeigneten Plattform unternehmen für eine anschließende Konsolidierung sind. In Deutschland ist der Verkauf der nationalen Assets bereits weit vorangeschritten. Während in der Vergangenheit Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Deutsche Bank, Commerzbank und HypoVereinsbank über eigene Assets verfügten, besitzen inzwischen nur noch die Sparkassen und die Genossenschaftsbanken (Cardprocess) eigene Dienstleister. ÿ 1 Zu den veräußerten Assets gehören Concardis – die Eschborner wurden 2017 von der deutschen Kreditwirtschaft an die Finanzinvestoren Advent und Bain verkauft – sowie die ehemalige Easycash – bis 2002 im Besitz der Deutschen Bank und inzwischen in der Hand von Ingenico. Neben den Banken-Dienstleistern sind auch weitere große deutsche Spieler an internationale Investoren veräußert worden. Der Netzbetreiber Telecash wurde bereits 2003 von First Data aus den USA akquiriert. Intercard wurde 2015 von dem Terminalhersteller Verifone übernommen. Ein Blick auf die anderen europäischen Märkte zeigt Unterschiede im Konsolidierungsfortschritt in den Ländern. In Großbritannien, Irland und Skandinavien ist die erste Konsolidierungswelle bereits sehr weit fortgeschritten. Gegenbeispiel sind die fragmentierten Märkte in Frankreich und Spanien – hier ist das Akzeptanzgeschäft größtenteils noch in der Hand der Banken. Für die weitere Entwicklung erwarten wir einen zeitnahen Abschluss der ersten Konsolidierungswelle in Deutschland. Zudem wird sich die Welle in den europäischen Märkten grundsätzlich beschleunigen, insbesondere auf fragmentierten Märkten mit attraktiver Marktgröße, wie z. B. in Spanien, Frankreich und Italien. Auf solchen Märkten werden nationale Assets mit fehlenden Skalen zunehmend unter Druck geraten, da bereits parallel die zweite und dritte Konsolidierungswelle angelaufen sind und große europäische Spieler entstehen, die nach weiteren Konsolidierungsmöglichkeiten suchen. Zweite Konsolidierungswelle: regionale Konsolidierung In der zweiten Konsolidierungswelle versuchen als Käufer agierende Unternehmen weitere Assets in angrenzenden Regionen zu gewinnen, die mit den in der ersten Welle erworbenen Unternehmen fusioniert werden können. Ziel ist die Schaffung nationaler oder regionaler Marktführer, die durch Hebung von Synergien und Nutzung von Skaleneffekten Wettbewerbsvorteile erzielen können. Diese Form der Konsolidierung hat in Europa vor drei bis vier Jahren begonnen und in den letzten Monaten besonders stark an Dynamik 54 01 // 2019

zugenommen. Ausgewählte Unternehmen bilden konsolidierende Blöcke und positionieren sich europäisch. ÿ 2 In Skandinavien ist dabei mit Nets ein regionaler Champion entstanden. Im Januar 2019 haben die Nets-Eigentümer Hellmann und Friedmann sowie Advent und Bain als Eigentümer der deutschen Concardis zudem die Fusion ihrer Assets abgeschlossen. 01 // 2019 55

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