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die bank 01 // 2018

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT Extraktion,

MANAGEMENT Extraktion, Transformation, Laden in mehrdimensional auswertbare Datenspeicher und entsprechende Verknüpfung und Verdichtung für die Berichterstattung. Wer solcherlei bürokratische Vorgaben mit Informationstechnik bereits effizient erledigt, kann sich interessanteren Fragestellungen zuwenden und versuchen, mit modernen Verfahren der Datenanalyse bisher nicht erschlossene Datenschätze zu heben. Unter dem Schlagwort Big Data werden diesbezügliche Methoden verstanden, die es erlauben, insbesondere große Mengen unstrukturierter Daten z. B. aus Texten auszuwerten und darin Muster zu erkennen. Damit das Vorhaben nicht in teurem, aber minimalem Erkenntnisfortschritt endet, ist die kompetente Besetzung dreier Rollen notwendig: Es braucht einen IT-Experten mit Erfahrung im Aufbau eines richtig dimensionierten Big Data Stack, einen fachlichen Kenner der zu durchleuchtenden Materie und schließlich einen Mittler, der die beiden Disziplinen zusammenbringt. Rebalancing Reines Rebalancing als Wiederherstellung der Ausgangsverteilung im Portfolio stellt nur geringe Anforderungen an die eingesetzte Informationstechnik. Der Vorgang ist vollständig automatisierbar mittels einfacher Algorithmen. Differenzierungsmöglichkeiten bestehen im Rahmen unterschiedlicher Rebalancing- Regeln, also z. B. der Frage, ab welchen Grenzwerten oder innerhalb welcher Zeitabstände ein Rebalancing stattfindet. Die Abwägung von Rebalancing-Nutzen und der dafür notwendige Aufwand, etwa in Form von Transaktionskosten, gehören zur inhaltlichen Ausgestaltung dieses Prozessteils. Event-Based Change (Re-Allokation) Größeres Digitalisierungspotenzial besteht im Bereich von Änderungen der Portfolioverteilung aufgrund von Ereignissen, die in der Sphäre des Anlegers, im Finanzmarkt, der Realwirtschaft oder im Bereich Technik, Politik und Gesellschaft liegen. Eine Aufgabe für Mustererkennung könnte darin liegen, auffällige Ereignisse aus einer Fülle von Daten herauszufiltern und genau jene Konstellationen zu erkennen, die für den Anleger einen Anlass zur Portfolioänderung darstellen. Stetig weiterentwickelte Expertenregeln in wissensbasierten Systemen und Verfahren des maschinellen Lernens sind in diesem Anwendungsfeld gefragte Komponenten der Informationstechnik. Nutzenpotenzial ÿ 2 stellt die Komplexität der Digitalisierungsaufgabe einzelner Prozessteile dem Kosten- Nutzen-Potenzial der Digitalisierung gegenüber. Außerdem wird angedeutet, welcher Digitalisierungsgrad heute in der Praxis erreicht sein dürfte – mit großen Unterschieden im Hinblick auf einzelne Akteure. Die Darstellung erlaubt eine grobe Einteilung in unterschiedliche Projektarten: zum einen taktische Projekte, mit hohem Kosten- Nutzen-Potenzial und einer normalerweise einfachen digitalen Aufgabenstellung. Die Realisierung solcher Projekte ist naheliegend und bedarf einer taktisch klugen zeitlichen Einpassung in die Projektlandschaft des Anbieters. Zum anderen strategische Projekte, deren Realisierung mit einer größeren Anforderung an die IT-Lösung einhergeht. Strategische Projekte bergen das größere Differenzierungspotenzial, da nicht alle Wettbewerber die gleiche strategische Auswahl treffen dürften. Schließlich gibt es Commodity-Projekte, 32 01 // 2018

MANAGEMENT die zeitnah angegangen werden sollten, da sie den anderen Projekten Ressourcen und Aufmerksamkeit entziehen. FAZIT In weiten Teilen des Backoffice ist die Geldanlage bereits heute digital, im Bereich der Schnittstelle zum Kunden gilt dies auch für die Robo-Advisor-Ansätze. Einzelne Teilprozesse können weiter digitalisiert werden: Nachdem die Grundanforderungen erfüllt sind, lassen sich zusätzliche Wertschöpfungsschritte digitalisieren, die den Einsatz elaborierter Informationstechnik wie künstlicher Intelligenz oder Big Data rechtfertigen. Welche Aufgabe bleibt für den Menschen, wenn weite Teile der Prozesskette automatisierbar sind? Im Wesentlichen sind dies zwei Bereiche: erstens die intelligente Modellentwicklung, also Mitwirkung aus fachlicher Sicht bei der Erstellung und Verfeinerung der eingesetzten Algorithmen, der Regeln für die Wissensbasis und der Festlegung von Untersuchungsdomänen bei Big-Data-Ansätzen. Zweitens bleibt nach wie vor der persönliche Kontakt zum Anleger. Das Vertrauen in die Geldanlage per Roboter muss erst wachsen, und bis neue Kundengenerationen vollständig digital Geld anlegen, liegt noch ein weiter Weg vor allen Akteuren. Grundsätzlich aber ist die private Geldanlage vollständig digitalisierbar, zumindest bezogen auf die operativen Anteile der Teilprozesse. Darauf sollten sich alle Stakeholder einstellen. Autor: Prof. Dr. Thomas Bahlinger. 1 Tertilt, Michael; Scholz, Peter (2017): To Advise, or Not to Advise — How Robo-Advisors Evaluate the Risk Preferences of Private Investors. STRATEGIEFORUM ZAHLUNGSVERKEHR Entwicklungen voraussehen und Erfolgswege aufzeigen JETZT ANMELDEN Besuchen Sie unser Forum für Kreditinstitute Lindner Hotel City Plaza Köln, 03. März 2018 www.omikron.de 01 // 2018 33

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