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die bank 01 // 2018

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT

MANAGEMENT GESCHÄFTSMODELLE Die Wachsamen aus der Provinz Das Geschäftsmodell einer Privatbank muss langfristig, aber nicht statisch ausgerichtet sein, um die Zukunftsfähigkeit zu sichern – unter dieser Maxime begegnet die Bank Schilling der anhaltenden Unsicherheit auf den Finanzmärkten. Auch in der fränkischen Provinz sind die Niedrigzinsphase, Regulierungsaktivitäten wie die MiFID II und der margenschmälernde Kampf um Marktanteile große Herausforderungen. Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis – vielleicht ist keins da.“ Mit diesem Zitat des Schriftstellers Franz Kafka lässt sich sehr gut die fast 95-jährige Geschichte der Bank Schilling umschreiben. Der Blick ist immer klar auf den Markt und die Bedürfnisse des Kunden ausgerichtet. » Der Vorstand einer mittelständischen Privatbank denkt auf- grund der vergleichbaren Verantwortung wie ein Unternehmer. Dies prägt auch sein Handeln. « Aus der Forstwirtschaft wissen wir, dass Mischkulturen stabiler und robuster sind. Sie können etwaige Krisen besser als Monokulturen überstehen, sind robust und nachhaltig konstant. Ähnlich wurde die Finanzgruppe mit heute rund 350 Mitarbeitern bereits vor Jahrzehnten mit unterschiedlichen Geschäftsfeldern aufgebaut. Neben der regionalen Ausrichtung der Bank mit 16 Filialen und drei Geschäftsstellen in Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Thüringen ist die Bank auch Handelsinstitut für verzinsliche Wertpapiere im Euroraum. Und entgegen dem allgemeinen Bankentrend hat das Haus seine Private-Banking-Aktivitäten im Jahr 2017 sogar noch verstärkt durch Eröffnung einer Filiale in München sowie einer Geschäftsstelle in Mannheim. Der strategische Leitgedanke lautet „Ertrag vor Wachstum“, und die Zahlen zum Jahresende 2016 mit einer Bilanzsumme von 976 Mio. €, 14,7 Prozent Kernkapitalquote und einer Cost-Income-Ratio von 62,55 Prozent spiegeln dies wider. Mit ihren Tochtergesellschaften Dr. Schmitt Leasing, dem Versicherungsmakler Dr. Schmitt Würzburg, der gvp – Gesellschaft für Versicherungsprüfung und der Dr. Schmitt Immobilien GmbH deckt die Bank Schilling viele Facetten der ganzheitlichen Beratung ab. Damit erreichen unsere Berater sowohl mittelständische Unternehmen Institutionen als auch den Private-Banking- Kunden, der den Schwerpunkt der Aktivitäten darstellt. Der Beratungsbogen spannt sich vom Risk- und Finanzierungsmanagement bis hin zur Vermögensverwaltung. Diese breite Angebotspalette hört sich zunächst an wie das Ausbreiten eines Bauchladens, ist aber bewusst so gewollt und entspricht dem Gedanken der Diversifizierung im Sinne der Kunden und der Bank. Am Ende müssen die einzelnen Rädchen je nach Kundenbedarf ineinandergreifen. Das gilt natürlich auch für den Bereich der Digitalisierung, für die sich aus unserer Sicht insbesondere der Backoffice-Bereich anbietet. Zu nennen sind hier die Bereiche Kontoführung oder auch die Datenzusammenstellung im Risikomanagement. Die Software, die hierbei die Robotik darstellt, basiert im Wesentlichen auf IT-Anwendungen unseres langjährigen Outsourcing-Partners Fiducia & GAD IT AG. Bei den notwendigen Strukturen sind auch die stärkeren Regulierungsanforderungen zu berücksichtigen, die komplexe Prozesse mit höherem Datenvolumen verursachen. Ein völlig anderer Bereich ist die Kundenberatung mittels Robo Advisor. Wir haben uns bislang noch nicht für ein Kooperationsmodell entschieden und warten zunächst die Einführung und Umsetzung der MiFID II zum 1. Januar 2018 ab, die uns derzeit als das wichtigste Thema für alle Marktteilnehmer erscheint. Auch die Robo Advisors werden sich hier neu strukturieren müssen. Zu modifizieren sind aber auch die Möglichkeiten der Vergütung von Dritten, wenn Kunden an digitale Vermögensverwalter vermittelt werden. Zudem bleibt die Frage offen, inwieweit eine nachhaltig gute Performance der Kundenanlagen auch noch in Stressszenarien erzielt werden kann. Aber der Markt boomt, und es kann für bestimmte Kundengruppen wie Technik-affine Personen oder betriebswirtschaftlicher Sicht im Hinblick auf die steigende Regulatorik durchaus reizvoll sein, die digitale Welt zu betreten. Wir sehen perspektivisch unseren Ansatz in der Vermögensverwaltung mit entsprechender Volumengröße bei den Kunden, die einen persönlichen „Sparrings-Partner“ wünschen. Individuelle Kompetenz Der Vorstand einer mittelständischen Privatbank denkt aufgrund der vergleichbaren Verantwortung wie ein Unternehmer. Dies prägt auch sein Handeln unter Abwägung von Chancen und Risiken. Mitarbeiter und Kunden können sich danach ausrichten und sich damit identifizieren. 26 01 // 2018

MANAGEMENT Weitere Vorteile eines kleinen „Schnellboots“ gegenüber den großen „Tankern“ sind beispielsweise die kurzen Entscheidungswege im Finanzierungsgeschäft. In vielen Bereichen kann sich die Bank ohne Verlust des Kundenkontakts in eine Maklerfunktion begeben und sich ihrer Kooperationspartner bedienen. Darüber hinaus führen die Bank und ihre Tochtergesellschaften ihren vielfachen Netzwerkpartnern Geschäft zu. Ein sprichwörtliches Pfund bei der umfassenden Kundenberatung ist die Objektivität bei der Produkt- und Angebotsauswahl. Die Bank ist nicht als Produktentwickler oder Emittent tätig und kann ein individuelles, nach den Bedürfnissen des Kunden ausgerichtetes Angebot maßschneidern. Das Best-Advice-Prinzip ist keine rhetorische Floskel, sondern ein Muss, denn Objektivität bewahrt vor Interessenskonflikten. Last but not least ist die sehr geringe Fluktuationsrate unserer Kundenberater als ein wichtiges Erfolgselement zu nennen. Die Kunden schätzen langjährige Gesprächspartner, und oft entsteht ein Beratungsansatz als Lebensphasenkonzept über Generationen hinweg. Zur langjährigen Mitarbeiterbindung gehört auch ein freundliches Arbeitsklima. Hier setzt die Bank neben Ausund Weiterbildungskonzepten auf soziale Aktivitäten. Es gibt eine Betriebsfußballmannschaft, flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit zum Home Office oder Maßnahmen zum Arbeitsund Gesundheitsschutz. Dazu bilden wir fortlaufend junge Menschen aus, die nicht selten später Führungspositionen im Unternehmen besetzen. Für besonders talentierte junge Mitarbeiter gibt es das Förderprogramm „Juniorenkreis“, bei dem auch Lernmomente außerhalb des beruflichen Alltags ermöglicht werden. FAZIT Beim allgemeinen Kostendruck in der Bankenbranche ist es umso wichtiger, Qualität in der Kundenberatung durch eigene Ausbildungsmaßnahmen zu fördern. Dies spürt der Kunde in der Besprechung und bei der Umsetzung seiner Wünsche, und er erkennt dies auch an. Diese persönliche Kompetenz dürfte in Zukunft das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen den Banken sein, und darin liegt die eigentliche, langfristige Überlebenschance der Privatbankiers. Hinzu kommt eine in der Praxis gelebte Risikokultur, die Kunden und Mitarbeiter sensibilisiert. Die Digitalisierung mag die Finanzwelt zukünftig revolutionieren, es werden jedoch die Menschen sein, die es gilt, für sich zu gewinnen. Dazu gehört die sprichwörtliche Erreichbarkeit eines persönlichen Beraters sowie die vielfach angepriesene menschliche und soziale Kompetenz. Dennoch gilt es als selbstverständlich, immer wachsam den Markt zu beobachten und innovative Reaktionsfähigkeit zu beweisen. Autor: Matthias Busch. Historie Gegründet wurde die Bank am 13. März 1923 von Josef Schilling in Hammelburg, der ältesten Weinstadt Frankens. Hammelburg ist bis heute Sitz des Stammhauses. 1923 war gesamtwirtschaftlich gesehen ein spannendes Jahr, gekennzeichnet von gigantischer Inflation. Ein Beispiel: Im Juni kostete ein Liter Milch 1440 Reichsmark, im Dezember 1923 waren es unvorstellbare 360 Mrd. Reichsmark. Die ersten 30 Jahre der Unternehmensgeschichte waren von besonders entschei- denden Ereignissen geprägt; zwei Inflationen, ein Weltkrieg und heftige Wirtschaftskrisen stellten die Privatbankiers vor schwierige Entscheidungen. 1965 erfuhr die Bank mit dem Eintritt von Dr. Theodor Adam Schmitt eine völlige Neuausrichtung ihrer Aktivitäten. Dr. Hubert-Ralph Schmitt, seit 1983 Mitgesellschafter und heute Inhaber des gesamten Aktienkapitals, führte die Familientradition der Privatbankiers fort. Dr. Schmitt ist auch Mitglied des vierköpfigen Bankvorstands. 01 // 2018 27

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