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die bank 01 // 2018

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT

MARKT WERTPAPIERBESTÄNDE ÜBERSTEIGEN 10 BIO. € Private Haushalte haben die meisten Depots Die von der deutschen Kreditwirtschaft verwalteten Wertpapierbestände sind 2016 erstmals auf über 10 Billionen Euro gestiegen. Die Zahl der Wertpapierdepots hat dagegen in den vergangenen Jahren immer weiter abgenommen. Seit der Finanzkrise 2008 haben die Wertpapierbestände, die von den meldepflichtigen Kreditinstituten einschließlich der Deutschen Bundesbank, der Finanzagentur und den Kapitalanlagegesellschaften in Deutschland verwaltet werden, um etwa 45 Prozent zugenommen. Sie stiegen von 6.965 Mrd. € Ende 2008 auf einen Rekordwert von 10.129 Mrd. € zum Jahresende 2016. Eigenbestände der Banken sind in diesen Zahlen inbegriffen. Der Kurswert des verwalteten Wertpapiervermögens ist somit mehr als drei Mal so hoch wie das jährliche Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik Deutschland, das 2016 etwa 3,1 Bio. € betrug. Im Gegensatz zu den kräftig wachsenden Wertpapierbeständen hat die Zahl der Wertpapierdepots nach Angaben der Deutschen Bundesbank in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen. Ende 2008 verwaltete die deutsche Kreditwirtschaft noch 28,8 Mio. Wertpapierdepots. In den folgenden zwei Jahren sank die Zahl der Depots um 1,5 Mio. und von 2010 bis 2012 um weitere 2,5 Mio. auf 24,8 Mio. Depots. In den folgenden vier Jahren verminderte sich die Zahl der Depots um weitere 2,4 Mio. auf nunmehr 22,4 Mio. zum Jahresende 2016. Insgesamt verringerte sich damit die Anzahl der Wertpapierdepots in den vergangenen acht Jahren um 22 Prozent. Trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase stellen Schuldverschreibungen mit 52 Prozent des Depotvermögens immer noch mehr als die Hälfte des Wertpapierbestands. ÿ 1 Dabei unterscheidet die Statistik über Wertpa- 16 01 // 2018

MARKT 1 | Depotbestände nach Wertpapierarten Ende 2016 (zu Kurswerten) Schuldverschreibungen Aktien* Investmentfondsanteile Wertpapiere insgesamt Mrd. € v. H. Mrd. € v. H. Mrd. € v. H. Mrd. € v. H. Inländische Emittenten 2.842 28,1 1.731 17,1 1.897 18,7 6.470 63,9 Ausländische Emittenten 2.425 23,9 519 5,1 715 7,1 3.659 36,1 Insgesamt 5.267 52,0 2.250 22,2 2.612 25,8 10.129 100,0 * einschließlich Genussscheine. Quelle: Deutsche Bundesbank, eigene Berechnungen. pierinvestments der Deutschen Bundesbank zwischen Schuldverschreibungen der Staaten, Schuldverschreibungen finanzieller Kapitalgesellschaften wie Banken und Sparkassen sowie Unternehmensanleihen (Schuldverschreibungen nichtfinanzieller Kapitalgesellschaften). Von den gesamten Schuldverschreibungen in Höhe von knapp 5,3 Bio. € stammen nur noch gut 2,8 Bio. € von inländischen Emittenten. Hier ist in den vergangenen Jahren ein Rückgang festzustellen, während die Schuldverschreibungen ausländischer Emittenten seit 2012 von 1,9 Bio. € bis Ende 2016 auf 2,4 Bio. € zugenommen haben. Damit beträgt der Anteil ausländischer Emittenten an den Schuldverschreibungen inzwischen 46 Prozent. Auf Aktien und Genussscheine entfallen 22 Prozent des Wertpapiervermögens. Das sind, zu Kurswerten gerechnet, gut 2,2 Bio. €. Hierbei dominieren inländische Aktien mit gut 1,7 Bio. € deutlich. Mit 0,5 Bio. € ist der auf Aktien ausländischer Emittenten entfallende Teil vergleichsweise niedrig. Der Anteil der Investmentfonds an den Depotbeständen beträgt knapp 26 Prozent bzw. 2,6 Bio. €. Sie verteilen sich auf inländische Emittenten mit 1,9 Bio. € und auf ausländische Emittenten mit 0,7 Bio. €. Insgesamt stammen knapp zwei Drittel aller Wertpapierbestände von inländischen Emittenten. Deutsche sind risikoscheu, aber lieben Investmentfonds Die größte Deponentengruppe stellen mit 99 Prozent aller Wertpapierdepots (22,2 Mio.) die privaten Haushalte. Gemessen an den Depotbeständen spielen die privaten Haushalte dagegen eine bescheidene Rolle: Sie verfügen nur über einen Anteil von 9 Prozent der Wertpapierbestände, das sind 935 Mrd. €. Versicherungsgesellschaften und Pensionskassen kommen dagegen auf über 1,3 Bio. €. Mehr als ein Drittel des von deutschen Kreditinstituten verwalteten Wertpapiervermögens, etwa 3,5 Bio. €, gehört ausländischen Deponenten (ausländische Banken und Nichtbanken). Obwohl die Deutschen bei der Geldanlage mehrheitlich als eher risikoscheu gelten, ist bei den privaten Haushalten der Anteil der Aktien (einschließlich Genussscheine) an den Wertpapierbeständen deutlich größer als im Schnitt aller Deponenten: Mit 31 Prozent entfällt immerhin fast ein Drittel auf Dividendentitel, gegenüber 22 Prozent im Schnitt aller Deponenten. Betrug das Aktienvermögen der Bundesbürger nach Angaben der Bundesbank vor vier Jahren erst 193 Mrd. €, so waren es zum Jahresende 2016 immerhin bereits 289 Mrd. €. Allerdings ist ein erheblicher Teil des Zuwachses auf Kurssteigerungen zurückzuführen. Die beliebtesten Wertpapiere sind bei den privaten Haushalten offensichtlich Investmentfonds. Sie machen mit 55 Prozent inzwischen mehr als die Hälfte der Depotbestände aus. Vor vier Jahren betrug der Anteil erst knapp 49 Prozent. Stark abgebaut haben die privaten Haushalte in den vergangenen Jahren ihre Bestände an Schuldverschreibungen. Hielten die Bundesbürger Ende 2012 noch 200 Mrd. € an Schuldverschreibungen, so waren es Ende 2016 nur noch 127 Mrd. € - ein Rückgang um mehr als ein Drittel. Somit halbierte sich nahezu der Anteil der Schuldverschreibungen in den Wertpapierdepots der privaten Haushalte in den vergangenen vier Jahren von 26 Prozent auf weniger als 14 Prozent. Hier hat die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank offensichtlich deutliche Spuren hinterlassen. Legt man das Wertpapiervermögen der privaten Haushalte auf die Zahl der Depots um, dann ergibt sich pro Wertpapierdepot Ende 2016 im Durchschnitt ein Bestand von rund 42.000 €. Davon entfallen etwa 5.700 € auf Schuldverschreibungen, etwa 13.000 € auf Aktien und etwa 23.300 € auf Investmentfondsanteile. Insgesamt ist das Wertpapiervermögen der privaten Haushalte in den vergangenen zwei Jahren um 11 Prozent gestiegen, seit 2012 um 22 Prozent. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein Großteil der Deutschen überhaupt keine Wertpapiere besitzt. Bei insgesamt 22,2 Mio. Depots und einer Bevölkerung von 82 Mio. kommt rechnerisch auf drei bis vier Bundesbürger nur ein Depot. Autor: Dr. Bernd Sprenger. 01 // 2018 17

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