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die bank 01 // 2017

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

BERUF & KARRIERE AT THE

BERUF & KARRIERE AT THE TOP [ JOACHIM WUERMELING ] Der Europäer Als es um die Besetzung des zeitweise vakanten sechsten Vorstandspostens bei der Deutschen Bundesbank ging, befassten sich die Gremien – Bundesregierung, Bundesrat und letztlich auch der Bundespräsident – natürlich ausführlich mit den Fähigkeiten und Leistungen der vorgeschlagenen Kandidaten. Als bestens geeigneter Fachmann wurde dabei Prof. Dr. Joachim Wuermeling herausgefiltert. Bei der Anhörung des Bundesbank-Vorstands zur Nominierung von Wuermeling als Vorstandsmitglied wurden jedenfalls keine Einwände erhoben. Zuvor hatte der promovierte Jurist als Vorstandsvorsitzender des Verbands der Sparda-Banken auf sich aufmerksam gemacht. Hier hatte sich der bei öffentlichen Auftritten meist lächelnd erscheinende Vater von fünf Kindern u. a. engagiert, ja fast leidenschaftlich für die Belange kleiner und mittlerer Banken auf nationaler und nicht zuletzt auf europäischer Ebene eingesetzt. Wuermeling hatte dabei nach Aussagen ehemaliger Kollegen stets die (sich inzwischen als fragil erweisende) Stabilität des Euroraums im Blick. „Europa ist seine große Leidenschaft“, sagen die, die ihn zu kennen glauben. Seine ehemaligen Arbeitskollegen bei den Spar- und Darlehenskassen betrachten es unter anderem als Wuermelings besonderen Verdienst, dass die Sparda-Bankenorganisation unter seiner Führung nun bei nationalen und internationalen aufsichtsrechtlichen und regulatorischen Fragen mehr Gehör und Einfluss findet. Die Vita des in Münster geborenen 56-Jährigen ist in der Tat beeindruckend. Nach dem Abitur in Limburg im Jahr 1979 studierte Wuermeling Rechtswissenschaften und legte 1985 an der Uni in Bayreuth sein Erstes Juristisches Staatsexamen ab. In Bayreuth promovierte er anschließend im Jahr 1987 auch, bevor sich ein Referendariat mit dem Zweiten Juristischen Staatsexamen im Jahr 1989 anschloss. Danach ging der umtriebige Wuermeling nach Florenz, wo er 1990 am Europäischen Hochschulinstitut den akademischen Grad Master of Comparative, European and International Law erhielt. Sein fundiertes Wissen gibt er seit dem Jahr 1989 als Lehrbeauftrager an der Uni Bayreuth sowie seit 2011 als Honorarprofessor an der Uni Potsdam weiter. Sein Aufstieg in den Bundesbank-Vorstand kam für Beobachter wenig überraschend. Der Posten war durch das vorzeitige Ausscheiden von Joachim Nagel, der als Generalbevollmächtigter zur KfW wechselte, freigeworden. Wuermeling hat die Befähigung, seine neue Rolle bei der Deutschen Bundesbank nicht nur auszufüllen, sondern auch erfolgreich mit neuen Ideen zu gestalten. Seine Erfahrung ist enorm; Wuermeling war in den vergangenen Jahrzehnten in unterschiedlichen leitenden Funktionen in der » Als Chef des Verbands der Sparda-Banken hat er sich fast leidenschaftlich für die Belange kleiner und mittlerer Banken auf nationaler und auf europäischer Ebene eingesetzt. « Bankwirtschaft tätig und kennt die komplexe Welt der Finanzen aus dem Effeff. Zudem war er auch in der Assekuranz tätig und agierte zeitweise als internationaler Cheflobbyist der deutschen Versicherungswirtschaft. Wuermeling gilt darüber hinaus auch als ein sehr engagierter Politiker. Das Interesse für die Politik wurde ihm durch Vater und Großvater in die Wiege gelegt; beide waren auf regionaler Ebene sowie auf Bundesebene in führenden politischen Positionen aktiv. Er selbst war nach der akademischen Ausbildung als Ministerialbeamter u. a. in der Eu- 70 01 // 2017

BERUF & KARRIERE ropäischen Kommission in Brüssel und in der Bayerischen Staatskanzlei in München tätig. In politischen Kreisen Europas wird sein Rat sehr geschätzt. So vertrat der neue Bundesbanker in den Jahren von 1999 bis 2005 die Interessen der CSU als Mitglied im Europäischen Parlament in Brüssel und Straßburg. Nach der Bundestagswahl 2005 wurde Wuermeling dann bis zum Jahr 2008 zum Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in Berlin unter dem damaligen Minister Michael Glos (CSU) berufen. Er war auch als verbeamteter Europa- Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aktiv. In dieser Rolle koordinierte er im Ministerium die Europapolitik. An seiner lebhaften und engagierten Tätigkeit und seinen Reden im Europäischen Parlament erkennt man leicht, dass Wuermeling ein überzeugter Europäer ist – insofern müssen ihn die inzwischen deutlich sichtbaren Risse im „Gebäude Europa“ sehr schmerzen. Politische Weggefährten sind Wuermeling dankbar dafür, dass er meist kein Blatt vor den Mund genommen hat, wenn es darum ging, völlig offen Missstände aufzuzeigen. „Oft hat man sich auf politischer Ebene in Deutschland nicht rechtzeitig auf eine gemeinsame Europa-Position geeinigt“, beklagt er. Darum habe sich Deutschland bei der Stimmabgabe in Brüssel hin und wieder enthalten müssen. Auch mit dem Verein „Europa Professionell“ in Berlin hat der jetzige Bundesbanker versucht, das Verständnis für die EU innerhalb Deutschlands zu vertiefen. Hier hakt es ganz offensichtlich an allen Ecken und Enden. Für die „langsamen Deutschen“ hat man in Brüssel eigens den Begriff „German vote“ kreiert, der im Fachjargon der Eurokraten für die Stimmenthaltung eines EU-Lands steht. Man darf gespannt sein, wie der Neue im Vorstand der Bundesbank als überzeugter Europäer seine Rolle innerhalb der Frankfurter Währungshüter in Zukunft – gerade mit Blick auf die Zusammenarbeit mit der Europäischen Zentralbank (EZB) – interpretieren wird. Autor: Jonas Dowen BUNDESBANK-VORSTAND WIEDER VOLLSTÄNDIG: Joachim Wuermeling Die Vita des 1960 in Münster geborenen Joachim Wuermeling ist beeindruckend. Er studierte Rechtswissenschaften und legte an der Uni Bayreuth seine Juristischen Staatsexamen ab und promovierte. Danach erwarb er in Florenz den Master of Comparative, European and International Law. Sein Wissen gibt er als Lehrbeauftrager an der Uni Bayreuth sowie als Honorarprofessor an der Uni Potsdam weiter. Seine politische Karriere brachte ihn u. a. auf Posten als Ministerialbeamter in der Bayerischen Staatskanzlei sowie in der Europäischen Kommission, Wuermeling vertrat die CSU im Europäischen Parlament und agierte von 2005 bis 2008 als Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in Berlin. Der Vorstand der Deutschen Bundesbank ist seit November 2016 wieder komplett: Joachim Wuermeling hat mittlerweile das sechsköpfige Führungsgremium komplettiert und die Verantwortung für die Ressorts Informationstechnologie und Märkte übernommen. Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für Joachim Nagel, der zur KfW gewechselt ist, hatte lange gedauert. Mit Wuermeling konnte aber ein Vollprofi gewonnen werden, der in der Finanzund Versicherungswirtschaft sowie in der Politik hohe Anerkennung genießt. 01 // 2017 71

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