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die bank 01 // 2017

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

REGULIERUNG 1 |

REGULIERUNG 1 | Erhöhter Kernkapitalbedarf durch die IFRS 9-Einführung Einführung – Ursachenanalyse und Handlungsempfehlungen IFRS 9 Eigenmittel Drei-Stufen-Modell für Wertminderungsbilanzierung Hartes Kernkapital (gem. Art. 26 CRR) Kreditqualität Risikovorsorge Zinserträge Stufe 1 Geringes Ausfallrisiko 12-Monats- Expected Credit Losses Bruttobuchwert (Cross Carrying Amount) Wesentlicher Anstieg des Kreditrisikos Stufe 2 Hohes Ausfallrisiko/ Verschlechterung seit Zugang Lifetime Expected Credit Loss Bruttobuchwert (Cross Carrying Amount) Stufe 3 Ausfall von Kreditgeschäft Lifetime Expected Credit Loss Nettobuchwert (fortgeführte Anschaffungskosten nach Risikovorsorge) Objektive Hinweise auf Wertminderung Frühere und höhere Bildung von Werberichtigungen Erfolgsneutrale Erhöhung der RiVo bei Erstanwendung gegen die NBRL IFRS 9 Erstanwendung Die IFRS 9 Erstanwendung führt zu einer EK-Senkung in der NBRL Die Bildung bzw. der Bestand an Gewinnrücklagen sinkt Folgende Perioden Volatileres Jahresergebnis aufgrund der Stufentransfers und ECL-Berechnungen Kapitalinstrumente nach Art. 28 oder 29 CRR Gewinnrücklagen/kumuliertes sonstiges Ergebnis ...

REGULIERUNG Risikovorsorge und regulatorischem EL (Excess vs. Shortfall) treten unterschiedliche Effekte auf. Ein bestehender Shortfall wird reduziert, da wertmäßig mehr IFRS 9-Risikovorsorge bei dem Vergleich mit dem EL eingeht. Diese Reduzierung wirkt sich wiederum positiv auf das harte Kernkapital aus und kompensiert die negative Wirkung aus dem vorigen Kapitel zu einem geringen Teil. Bei einem Excess hingegen wird lediglich das Ergänzungskapital bis zum Threshold gestärkt, ohne eine kompensierende Wirkung auf das harte Kernkapital zu generieren. Einfluss der Neukategorisierung nach IFRS 9 Durch den Übergang von IAS 39 auf IFRS 9 sind alle bilanzierten finanziellen Vemögenswerte den neuen IFRS 9-Haltekategorien (Amortised Cost, FVOCI, FVP&L) zuzuordnen. Die jeweilige Haltekategorie determiniert den Bewertungsmaßstab, d. h. ob ein Finanzinstrument zu fortgeführten Anschaffungskosten oder dem erfolgswirksamen Fair Value bewertet wird. Für die IFRS 9-Kategorisierung von finanziellen Vermögenswerten sind das Geschäftsmodell und die zugrunde liegenden vertraglichen Zahlungsströme zu prüfen. Hiervon sind die Kredite betroffen, die nach der bisherigen IAS 39-Systematik in die sogenannte LaR (Loans & Receivables) eingruppiert wurden. Im Rahmen der IFRS 9-Bewertung kann es zu einer Umkategorisierung von LaR zu FVP&L kommen. Daraus können sich negative Effekte auf die Eigenmittel ergeben. Aktuell werden die LaR-Finanzinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, d. h. Marktwertveränderungen, die von den fortgeführten Anschaffungskosten abweichen, sind bilanziell nicht zu erfassen. Durch den exemplarischen Wechsel von LaR zu FVP&L wird die Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten aufgegeben. Bei der erstmaligen bilanziellen Erfassung ist der Marktwert mit den fortgeführten Anschaffungskosten zu vergleichen, um hieraus Erstanwendungseffekte der IFRS 9-Bilanzierung zu ermitteln. Liegt der Marktwert des Finanzinstruments unter dem bisher gültigen Bewertungsmaßstab zu fortgeführten Anschaffungskosten, ist das Delta über die Gewinnrücklagen zu verbuchen und stellt hierdurch einen unmittelbar reduzierenden Effekt auf das harte Kernkapital dar. Eine weitere Eigenkapitalreduzierung ergibt sich aus der Umkategorisierung von LaR zu FVOCI. So induziert die IFRS 9-Anwendung eine Marktwertbewertung und kann auch hier eine Eigenkapitalreduktion hervorrufen. Für das aufgeführte Kategorisierungs- Szenario wird eine portfolioabhängige Verstärkung des Kapitaldrucks auf die Finanzinstitute erwartet. Neben den genannten sind weitere Kategorisierungs-Szenarien zu analysieren. Den skizzierten Ursachen des Kapitaldruckanstiegs können individualisierte Gegenmaßnahmen im Rahmen eines praxiserprobten Vorgehensmodells entgegengesetzt werden. Dadurch können der Druck auf das Eigenkapitel proaktiv vermindert und Kosten gespart werden. Ziel ist es, möglichst effizient Kapital einzusparen und neues Kapital zu vorteilhaften Bedingungen aufzunehmen. Vorgehensmodell zur frühzeitigen Stärkung der Kapitalquote als Gegenmaßnahme Ein kritischer Erfolgsfaktor zur Reduzierung der aufsichtsrechtlichen Kosten in der IFRS 9- Umsetzung ist die Anwendung eines praxiserprobten Vorgehensmodells zur frühzeitigen, zielgerichteten Stärkung der Kapitalquote (Kernkapital / RWA). Der Projektumfang lässt sich in drei Phasen strukturieren. In der Phase 1 – „Simulations- & Fokusphase“ wird die Notwendigkeit des Projekts quantifiziert und der Projektscope transparent abgegrenzt. Anschließend werden in Phase 2 – „mehrdimensionale Analyse- und Designphase“ die konkreten Maßnahmen zeitlich und portfolioabhängig in einer detaillierten Umsetzungs- » Ein Erfolgsfaktor zur Reduzierung der aufsichtsrechtlichen Kosten ist die Anwendung eines praxiserprobten Vorgehens- modells zur zielgerichteten Stärkung der Kapitalquote. « Roadmap konkretisiert. In der letzten Phase 3 – „agile Implementierungsphase“ erfolgt die Umsetzung der Maßnahmen im Rahmen priorisierter Sprints auf flexibler Basis ” 2. Phase 1: Simulations- und Fokusphase Die Simulations- und Fokusphase legt die Dringlichkeit des Projektbedarfs und den daraus abzuleitenden Projektumfang fest. Zur Quantifizierung des Projektbedarfs ist die sprunghafte Verringerung des Kernkapitals bzw. der Kernkapitalquote möglichst genau zu simulieren. Diese Simulationsrechnungen weisen bankenspezifisch einen unterschiedlichen Grad an Komplexität und Genauigkeit auf. Es hat sich in der Praxis grundsätzlich eine statische oder dynamische Vorgehensweise zur Quantifizierung der IFRS 9-Auswirkungen durchgesetzt. Die statische Betrachtung kalkuliert die IFRS 9-Risikovorsorge auf Basis des aktuellen Bilanzbestands an Vermögenswerten. Die Simulation erfolgt durch die Potenzierung des Bestands mit der erwarteten Erhöhung diverser Risikovorsorgeparameter. Die dynamische Vorgehensweise approximiert hingegen die IFRS 9-Risikovorsorge auf Grundlage des geplanten Bilanzbestands zum 1. Januar 2018 in Abhängigkeit der Zeit. Hierbei werden neben den Risikoparametern (wie Zinsausfall- und Kreditrisiken) auch 01 // 2017 43

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