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die bank 01 // 2017

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT

MANAGEMENT die bank: In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Jahresüberschuss zwischen 750.000 € (2013) und 650.000 € (2015) bewegt. Schütten Sie das Geld an die Träger, also die Ritterschaften, aus? Lange: Nein. Der Jahresüberschuss von 650.000 € wird in die satzungsgemäße Rücklage eingestellt. Insgesamt verfügt der Calenberger Kreditverein über ein offen ausgewiesenes Eigenkapital von 17,7 Mio. €. Die Kernkapitalquote lag zum Bilanzstichtag bei 11,39 Prozent (Vorjahr 9,7 Prozent). die bank: Welche Rolle spielt die Digitalisierung, wo sehen Sie Chancen und Risiken? Zotzmann: Ich sehe da eher die Chancen als die Risiken. Im Zuge der Digitalisierung wird investiert, auch und gerade in der Landwirtschaft, etwa in neue Maschinen. Dafür wird ein Finanzier gebraucht. Die neuen Technologien eröffnen zudem Möglichkeiten, die Kosten zu optimieren. Denn auf der Basis ihrer digitalen Daten können Landwirte mit höchster Präzision ihre Betriebe bewirtschaften. Für uns als Bankhaus bietet die Digitalisierung zudem eine Reihe neuer Möglichkeiten der intelligenten Vernetzung mit Kunden und anderen Dienstleistern. die bank: Welche Auswirkungen hat die Regulierung auf Ihr Geschäft? Können Sie einige Beispiele nennen, wie sie den Geschäftsalltag erschwert? Lange: Ein Beispiel sind die ausufernden Meldepflichten. Unsere kleine Bank wird da genauso behandelt wie ein großer Bankenkonzern. Und eine Besserung ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Demnächst soll die Meldeschwelle für Kreditgeschäfte von einer Million auf nur 25.000 € gesenkt werden. Wir bekommen mindestens drei bis vier Mails pro Woche mit neuen Vorschriften für Arbeitsabläufe. Und aktuell sind 130 Regulierungsvorhaben in Arbeit, das ist doch Wahnsinn! Jammern wollen wir aber trotzdem nicht. Schließlich geht es der Bank gut – besser als vielen anderen Geldhäusern. die bank: Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Mal angenommen Sie hätten Glück und würden eine Million im Lotto gewinnen. Wie würden Sie den Betrag anlegen? Lange: Ich würde Acker kaufen... Zotzmann: ... und ich seltene Oldtimer mit hohem Wertsteigerungspotenzial. die bank: Herr Zotzmann, Herr Lange, vielen Dank für das Gespräch. Die Fragen stellte Eli Hamacher. Historie Auf Initiative der Ritterschaften der im damaligen Königreich Hannover gelegenen Fürstentümer Calenberg, Göttingen, Grubenhagen und Hildesheim wurde der Kreditverein am 5. August 1825 gegründet. Ihnen verdankt die zweitkleinste Hypothekenbank Deutschlands ihren etwas sperrigen Namen: Calenberg-Göttingen-Grubenhagen-Hildesheim’scher ritterschaftlicher Kreditverein. Wie bei anderen Spezialbanken, etwa den Beamtenkassen, entstand der Kreditverein aus der Not heraus. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es für die Rittergüter des Königreichs sehr schwer, sich Darlehen zu verschaffen. Nach drei Ernten mit ungewöhnlich hohem Ertrag kam es nach einer sehr schlechten Ernte zu einer Agrarkrise. In der Folge brachen die Getreidepreise ein. Der Kapitalbedarf stieg, auch weil eine Intensivierung der Landwirtschaft die Nachfrage nach Darlehen trieb. Bislang hatten die Rittergüter bei privaten Geldgebern Kredite aufgenommen. Die hielten sich jedoch plötzlich zurück, weil sie ihr Geld gewinnbringender im Handel und im Handwerk anlegen konnten. Dass das Geld nicht mehr wie gewohnt floss, hatten die Güter zum Teil auch selbst verschuldet. In Zeiten guter Konjunktur war teils sorglos gewirtschaftet und ein hoher Lebensaufwand betrieben worden. Da das Hypothekenwesen als unübersichtlich galt, fehlte den Geldgebern eine ausreichende Sicherheit. Gewährten sie dann doch Darlehen, verlangten sie oftmals Wucherzinsen. Der Kreditverein sollte den Rittergütern deshalb langfristig Kapital zu einem möglichst günstigen Zinssatz bereitstellen. In der Satzung wurde fest geschrieben, dass die vom Kreditverein erwirtschafteten Erträge, die nicht Refinanzierungs- und Betriebskosten dienten oder in die Reserven flossen, für die anteilsmäßige Tilgung der Darlehen verwendet wurden. Zunächst deckte der Kreditverein nur den Kapitalbedarf der Rittergüter ab, öffnete sich später aber auch anderen Grundbesitzern. Bis heute hat sich das Geschäftsmodell im wesentlichen nicht verändert: Der Calenberger Kreditverein vergibt in erster Linie Darlehen gegen Grundschuldsicherung an landwirtschaftliche Darlehensnehmer. 28 01 // 2017

MANAGEMENT Rittergüter in Niedersachsen Dass es heute noch Ritterschaften gibt, die als Körperschaft des öffentlichen Rechts bestehen, ist eine Besonderheit der Geschichte Niedersachsens. Große Teile der Öffentlichkeit wissen von ihrer Existenz nichts. Doch immer noch prägen Rittersitze das Erscheinungsbild des nördlichen Bundeslands. Von schlichten Fachwerkhäusern über wehrhafte Wasserburgen bis hin zu repräsentativen Schlössern reicht die Vielfalt der Herrenhäuser. Über Jahrhunderte waren sie Mittelpunkt von Verwaltung, Wirtschaft und Kultur. Als Grundherren über Land und Leute übten sie das Gericht und meist auch das Kirchenpatronat aus. Ohne sie war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit nicht regierbar. Insgesamt gibt es sechs Ritterschaften in Niedersachsen, zwei von ihnen sind Träger des Calenberger Kreditvereins: die Ritterschaft des vormaligen Fürstentums Hildesheims sowie die Ritterschaft von Calenberg-Grubenhagen-Göttingen mit zusammen 140 Rittergütern. Insgesamt gibt es in Deutschland noch 256.000 Betriebe in der Landwirtschaft. Mitglieder der Ritterschaften sind die Besitzer der Rittergüter, die ihre Landwirtschaft und ihre Jagd teils noch selbst betreiben, oftmals aber verpachtet haben. Um ihre großen Besitztümer halten zu können, gehen die Eigentümer auch ungewöhnliche Wege, bauen einen Teil der Gebäude zu Büros um oder stellen repräsentative Säle als Event Location zur Verfügung. 01 // 2017 29

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