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die bank 01 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ASSET-UMSCHICHTUNG

ASSET-UMSCHICHTUNG EMPFOHLEN Zinsloch leert Pensionskassen ó Die Gewinnziele deutscher Pensionseinrichtungen lassen sich kaum noch halten. Derzeit liegt die erwartete Rendite eines durchschnittlichen Anlageportfolios bei nur noch 2,8 Prozent. Trotzdem scheuen die Investoren vor einer Umschichtung ihrer Assets zurück. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Anteil konservativer Papiere in den Portfolios laut einer Studie der HR-Beratung Towers Watson zur Anlage von Pensionsvermögen sogar noch zugenommen. Die befragten Unternehmen investieren ihre Pensionsvermögen zu 63 Prozent in Renten, zu 29 Prozent in Aktien und jeweils zu 4 Prozent in Immobilien und Alternatives. Die Portfolios sollten sich aber besser nicht an den unterschiedlichen Assetklassen orientieren, sondern am gewünschten Mix der Renditetreiber und Risikoprämien, empfehlen die Studienautoren. Ihre Analyse zeigt darüber hinaus, dass die anhaltende Niedrigzinsphase die Risikowahrnehmung verändert hat. Professionelle Investoren blicken heute deutlich pessimistischer auf die Kapitalmärkte. Sie gehen nicht mehr von einer baldigen Entspannung der Situation aus. Die befragten Unternehmen sehen die größten Risikopotenziale im weiter schrumpfenden Rechnungszins, dem Anhalten der Niedrigzinsphase und einer Veränderung der Zinskurve. Ein interessanter Beleg für die Unsicherheit unter den Anlegern: Das Risikopotenzial von Deflation und Inflation wird etwa gleich groß eingeschätzt. BÜROKRATIE, DATENSCHUTZ UND HOHE KOSTEN „AnaCredit ist entbehrlich“ ó Als BaFin-Präsident Felix Hufeld das Statistikprojekt der EZB bei einer Veranstaltung in Frankfurt als „entbehrlich“ für die Bankaufsicht bezeichnete, haben viele Finanzmarktakteure innerlich zugestimmt. Ganz offen schloss sich die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) dieser Kritik an: Die Pläne für AnaCredit gingen übers Ziel hinaus, der Mehrwert für die Finanzstabilität sei fraglich. Gleichzeitig führe AnaCredit zu erheblichen zusätzlichen bürokratischen Belastungen bei allen Banken und Sparkassen. Die DK hält die aktuell im Raum stehende Meldegrenze in Höhe von 25.000 € je Kreditnehmer für deutlich zu niedrig und hat zudem wegen der geplanten Weitergabe personenbezogener Daten generelle Bedenken hinsichtlich des Verbraucher- und Datenschutzes. Abgelehnt wird auch eine Umsetzung der Meldeanforderungen auf konsolidierter Ebene unter Berücksichtigung konzerninterner Geschäfte. Die kreditwirtschaftlichen Spitzenverbände befürchten darüber hinaus hohe Implementierungskosten und hohe laufende Kosten für die Institute und Rechenzentren. Ausdrücklich begrüßt hat die DK die Ankündigung der EZB, dass kleine Institute von der Meldepflicht befreit werden können. Sie möchte das Statistikprojekt generell einer öffentlichen Konsultation unterziehen. Aufgrund der vielfältigen Bezüge zur Aufsicht könne das Thema nicht allein als geldpolitisches Projekt gewertet werden. FINANZSYSTEM ROBUST, ABER IN AUSSEREUROPÄISCHEN LÄNDERN LAUERN RISIKEN Banken im Euroraum jetzt schockresistenter ó Das Finanzsystem des Euro-Währungsgebiets hat sich im zweiten Halbjahr 2015 auch in Phasen erhöhter Volatilität an den Finanzmärkten als widerstandsfähig erwiesen. Der jüngste Finanzstabilitätsbericht der EZB hält einen abrupten Anstieg der weltweiten Risikoprämien für wahrscheinlicher, da die Bedenken hinsichtlich der Wirtschaftsentwicklung in den Schwellenländern zunehmen. Auch wenn die Turbulenzen in Griechenland im letzten Sommer vorübergehende Stressphasen auslösten: Insgesamt weisen die Messgrößen für systemischen Stress weiterhin ein moderates Niveau auf. Der Bericht zeigt außerdem auf, dass das Bankensystem des Euroraums im ersten Halbjahr schockresistenter geworden ist. Sowohl die Rentabilität als auch die Solvabilität der Banken haben sich verbessert. Zu den Herausforderungen, denen sich die Banken des Eurogebiets nach wie vor stellen müssen, zählen vor allem die schwache gesamtwirtschaftliche Erholung, die schlechte Ertragslage und der große Bestand an notleidenden Krediten. In mehreren Euro-Ländern ist auch die Verschuldung des öffentlichen und privaten Sektors immer noch hoch. Die genannten Faktoren wirken sich nachteilig auf die Kreditvergabekapazität der Banken und ihre Möglichkeiten zum Aufbau weiterer Kapitalpuffer aus. Deshalb müssen die Geschäftsmodelle der Banken und der Versicherer weiter angepasst werden, um dem anhaltend schwachen Wirtschaftsumfeld und den in allen Laufzeitbereichen historisch niedrigen Zinsen Rechnung zu tragen. Finanzstabilitätsrisiken erstrecken sich aber nicht nur auf Banken und Versicherungsgesellschaften. Ein robustes Wachstum zeigt sich auch im Schattenbankensektor. Hier wird generell mit steigenden Risiken gerechnet. Für die nächsten zwei Jahre hat die EZB vier Stabilitätsrisiken identifiziert: Die weltweiten Risikoprämien könnten sich plötzlich umkehren, eine Gefahr, die sich durch die geringe Sekundärmarktliquidität noch verstärkt; zweitens bleiben die Ertragsaussichten für Banken und Versicherer schwach. Hinzu kommen vermehrte Bedenken hinsichtlich der Schuldentragfähigkeit des öffentlichen und des nichtfinanziellen privaten Sektors bei geringem Nominalwachstum und ein gestiegenes potenzielles Stressrisiko durch einen rasch wachsenden Schattenbankensektor, das durch mögliche Ansteckungseffekte und Liquiditätsrisiken noch verstärkt wird. 6 diebank 01.2016

Finanzmarkt Trends IMMOBILIEN UND AKTIEN STÄRKER Geringere Turbulenzen ó Die globalen Finanzmärkte werden sich in diesem Jahr verstärkt in unterschiedliche Richtungen entwickeln. Die Divergenzen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern sind nach Auffassung von NN Investment Partners (NNIP) darauf zurückzuführen, dass sich die Kreditzyklen in unterschiedlichen Stadien befinden. Im Verhältnis zwischen den USA einerseits und dem Euroraum und Japan andererseits spiele die Geldpolitik die entscheidende Rolle, schätzen die Analysten: Der unterschiedliche geldpolitische Kurs in den Industrieländern wirke sich stärker als üblich auf den Wechselkurs des US-$ aus. NNIP rechnet mit geringeren Turbulenzen als im letzten Jahr und geht in seiner Allokation inzwischen moderate Risiken ein, gestützt auf die These, dass Immobilien, Aktien und Fixed-Income-Spread- Produkte 2016 besser abschneiden werden als Staatsanleihen und Rohstoffe. Makrorisiken sind weiterhin vorhanden, werden jetzt aber realistischer eingepreist, sagt Valentijn von Nieuwenhuijzen, Head of Strategy Multi-Asset. Er hält das globale Wachstum für relativ solide und nicht so volatil wie 2015, da die Binnennachfrage in den Industrieländern robust bleibe. Schwellenländer böten Raum für positive Überraschungen. Größte Herausforderungen sei die Verschuldung Brasiliens, die Konjunkturverlangsamung in China und die Furcht vor großen Zahlungsausfällen von Unternehmen. UNTERSUCHUNG IM FEBRUAR Erneuter Stresstest ó Insgesamt 53 Banken werden im Februar dem erneuten Stresstest der European Banking Authority (EBA) unterzogen. Die EBA koordiniert den Stresstest mit den nationalen Behörden und der EZB. Er soll belegen, wie widerstandsfähig Banken sind. Können sie auch in einem ungünstigen makroökonomischen Umfeld Schocks abfedern und die Eigenkapitalanforderungen erfüllen? Von den Banken, die 70 Prozent der Aktiva des Bankensektors im Eurogebiet abdecken, unterstehen 39 dem SSM. 19 Institute kommen aus Deutschland. Zum ersten Mal wurde der Teilnehmerkreis im Sinn einer Gesamtbetrachtung und nicht nach den Vorschriften der einzelnen Mitgliedstaaten festgelegt. Bei der Berechnung des Abdeckungsgrads der Aktiva der am Stresstest teilnehmenden Banken werden die Länder des Euro-Raums als Ganzes betrachtet, anstatt die Abdeckung für jedes einzelne Land zu berechnen. Diese Europäisierung der Stresstests sei ein weiterer wichtiger Schritt, ein Level Playing Field zu schaffen, sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret im Rahmen einer Rede in Frankfurt. FORDERUNG IM FACHGESPRÄCH Level Playing Field für FinTechs ó Die deutschen Banken und Sparkassen fordern eine regulatorische Gleichbehandlung der FinTechs, gleiche Rahmenbedingungen für alle Marktteilnehmer. Die Anbieter moderner Finanzdienstleistungsservices verfügen in der Regel nicht über die notwendigen Lizenzen nach KWG oder ZAG zur Erbringung von Bankdienstleistungen und brauchen deshalb Partnerbanken. An dieser strengen Regulierung, der Lizenzerfordernis und einer starken Aufsicht müsse im Interesse des Kundenschutzes und der Finanzmarktstabilität festgehalten werden, heißt es dazu in einer Stellungnahme des Bankenverbands. Ins gleiche Horn stößt der Sparkassen- und Giroverband. Sein Präsident Georg Fahrenschon sagte, der „regulatorische Welpenschutz für Fin- Techs“ sollte beendet werden. Wer gleiche Dienste anbiete, müsse sich auch gleichen Regelungen unterwerfen. Die gleiche Forderung erhob Andreas Krautscheid, Mitglied der BdB-Hauptgeschäftsführung. Er räumte ein, dass es noch bis vor zwei Jahren erhebliche Skepsis gegenüber FinTechs gegeben habe. Heute spielten sie aber eine wichtige Rolle als Mitbewerber und Partner, und die Banken seien offen für Kooperationen, berichtete der Informationsdienst „heute im bundestag“ (hib) über ein Fachgespräch im Ausschuss Digitale Agenda. 01.2016 diebank 7

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