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die bank 01 // 2015

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

RENMINBI-HANDEL GUT

RENMINBI-HANDEL GUT GESTARTET Unternehmen profitieren ó Deutsche und europäische Unternehmen aus der Eurozone können ihren Renminbi-Zahlungsverkehr nun taggleich über Frankfurt abwickeln.Bislang war dies nur an ausgewählten Finanzplätzen in Asien möglich. Beim Start des Renminbi-Clearings waren bereits Institute aller Bankengruppen, einschließlich der Auslandsbanken, beteiligt. Das Clearing selbst wird über die Bank of China abgewickelt. Die hiesigen Unternehmen profitieren gleich mehrfach. Renminbi-Währungsgeschäfte wurden bislang vor allem in Hongkong in US-Dollar abgewickelt. Bei Rechnungsstellung in Renminbi muss deshalb ein deutscher Importeur erst Euro in Dollar und dann Dollar in Renminbi tauschen. Dieser Umweg und die damit entstehenden Risiken von Währungsbewegungen entfallen nun. Hinzu kommt: Die Zahlungsabwicklung in der eigenen Sprache und im eigenen Rechtsraum ist gerade für mittelständische Unternehmen wichtig. Zusätzlich gibt es einen Fakturierungsvorteil. Gut 80 Prozent der Rechnungen im bilateralen Handel werden in Euro oder Dollar fakturiert. Dann tragen chinesische Exporteure das volle Währungsrisiko, ohne dass ihnen der chinesische Finanzmarkt ausreichende Instrumente zur Absicherung von Währungsrisiken bietet. Akzeptieren die deutschen Partner den Renminbi als Vertragswährung, dann gewähren ihnen ihre chinesischen Geschäftspartner je nach Größe zwischen zwei und sechs Prozent Preisvorteile. BEUNRUHIGENDER ANSTIEG Mehr Schuldner als im Vorjahr ó Die Überschuldung der deutschen Verbraucher ist zum Stichtag 1. Oktober 2014 wieder angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sind weitere 90.000 Personen von Überschuldung betroffen, das ist ein Plus von 1,4 Prozent. Insgesamt leben in Deutschland 6,7 Mio. Bürger über 18 Jahre, die überschuldet sind und nachhaltige Zahlungsstörungen aufweisen. Die Schuldnerquote hat sich damit von 9,81 auf 9,90 Prozent erhöht, und nur Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen blieben unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt. Bezogen auf die Geschlechter sind aktuell 2,56 Mio. Frauen in Deutschland überschuldet, 48.000 mehr als im Vorjahr. Die Männer liefern aber noch immer die weitaus höhere Anzahl von Überschuldungsfällen. Insgesamt sind 4,12 Mio. Männer betroffen und damit 41.000 mehr als im Vorjahr. Die Überschuldungsquote beträgt bei den deutschen Frauen 7,35 Prozent (Vorjahr: 7,24 Prozent) und bei den Männern 12,61 Prozent (Vorjahr: 12,55 Prozent). Die Zahl junger Überschuldeter (bis 29 Jahre) ist 2014 um 45.000 Fälle auf rund 1,75 Mio. Schuldner gesunken. Allerdings zeigt die Entwicklung in der Zeit von 2004 bis 2014 eine Zunahme von 68 Prozent. Rund eine Million Menschen befinden sich der Studie zufolge zudem in einer Generationsübergreifenden Überschuldung. Weitere Informationen sind auf der Website der Wirtschaftsauskunftei Creditreform verfügbar. ÖKONOMEN BEWEISEN, DASS DIE GLÄUBIGER IM KRISENFALL MEIST DIE VERLIERER SIND CoCo-Bonds können Finanzkrisen sogar verschlimmern ó Als eine Konsequenz der Finanzmarktkrise müssen Banken mehr Eigenkapital vorhalten. Doch vielen Geldhäusern fällt es nicht leicht, ihr Kernkapital zu erhöhen. Sie setzen deshalb gern ein Instrument ein, mit dem sie im Krisenfall Fremd- zu Eigenkapital machen können: Contingent Convertible (CoCo)-Bonds, Bank- Anleihen mit festem Zinssatz. Unterschreitet die Bank einen festgelegten Wert ihrer Kernkapitalquote, wird die Anleihe in Eigenkapital der Bank umgewandelt. Bislang galten die Bonds deshalb als Mittel der Krisenprävention. Ökonomen zeigen nun in einer Studie, dass diese Anleihen eine Krise jedoch sogar verschärfen können: Prof. Christoph Kaserer (TU München) und Prof. Tobias Berg (Universität Bonn) haben in einer modelltheoretischen Untersuchung die Wirkung der „bedingt wandelbaren“ Anleihen analysiert. Sie sagen: Gerät eine Bank in Schwierigkeiten, haben die Bankeigner einen Beweggrund, die Situation des Hauses selbst zu verschlechtern und die Lage weiter zuzuspitzen – bis die Umwandlung der CoCo-Bonds ausgelöst und die Bank so einen Teil ihrer Schulden loswird. Die Eigentümer profitierten also davon, wenn es der Bank, zumindest vorübergehend, noch schlechter geht, erläutert Tobias Berg. Die Ökonomen stellten fest, dass bei rund der Hälfte der CoCo-Bonds ein sogenannter „Write down“-Mechanismus festgeschrieben ist. Das heißt, bei Unterschreitung der kritischen Kernkapitalquote verlören die Gläubiger ihre Ansprüche. In den meisten anderen Fällen würden die Bonds für die Gläubiger ungünstig umgewandelt, und sie erhielten zu niedrig bewertete Aktienpakete. Einen Zusammenhang zwischen dem Risikoprofil einer Bank und der Konstruktion ihrer CoCo-Bonds zeigten die Ökonomen empirisch am Beispiel der britischen Lloyds Banking Group. Verschlechterte sich die Lage der Bank, sank der Marktwert ihrer Bonds stärker als es angesichts der sonstigen Eigenschaften als Anleihe zu erwarten gewesen wäre. Würden die Bonds zum Marktwert getauscht, die Gläubiger also größere Mengen Aktien erhalten, gäbe es mit einem Schlag eine Gruppe neuer Aktionäre mit wesentlichen Aktienpaketen. Deshalb unternähmen die Altaktionäre alles, dass dieser Fall nicht eintritt, sprich die festgelegte Kernkapitalquote nicht unterschritten wird, sagt Berg. Diese Konstruktion namens „Convert to surrender“ hätte eine stabilisierende Wirkung auf das Bankensystem. 6 diebank 1.2015

Finanzmarkt Trends REGULIERUNG RISKANT FÜR UNTERNEHMEN Rechtsrisiken im Fokus ó Die zunehmende Belastung der Unternehmen durch rechtliche Risiken spiegelt sich in den Geschäftsberichten der DAX-Unternehmen wider. Das zeigt eine Studie der Wirtschaftskanzlei Noerr in Zusammenarbeit mit der Baetge Analyse GmbH, die die Berichte für das Jahr 2012 unter die Lupe genommen hat. 29 der DAX-30-Unternehmen sind von regulatorischen Risiken und Risiken aus Rechtsstreitigkeiten betroffen. Die meisten Unternehmen klagen auch über Risiken im Zusammenhang mit dem Wettbewerbs- und Kartellrecht sowie mit Korruption und Betrug. Risiken im Zusammenhang mit Produktmängeln beschäftigen ebenfalls die Mehrheit der Unternehmen. Neben den Prozessrisiken stehen vor allem die regulatorischen Risiken im Fokus. Staat und EU greifen in immer stärkerem Maße regulierend oder kontrollierend in das Marktgeschehen ein. Oliver Sieg und Michael Molitoris von Noerr weisen etwa auf die erhöhten Eigenkapitalund Liquiditätsvorschriften für die Finanzdienstleiter hin. Die Regulierung erweise sich zunehmend als der wesentliche Risikofaktor unternehmerischer Tätigkeit. Die beiden Juristen nennen die Fülle der regulatorischen Risiken besorgniserregend. Fehl- und Überregulierungen würden im Ergebnis die Unternehmen in ihrer Tätigkeit über die Maßen einschränken und deren Wettbewerbsfähigkeit kosten. Die Studie findet man unter www.noerr.com/de. RISIKOMANAGEMENT Prognosen immer schwieriger ó Hinter den Stresstest konnten die deutschen Banken einen Haken setzen, aber wie sieht es mit dem Risikomanagement aus? Die Association for Financial Professionals (AFP) hat mit den Oliver Wyman-Beratern untersucht, welche Bedeutung das Thema für Unternehmen hat. 35 Prozent der befragten Fachkräfte aus dem Finanzbereich gaben an, dass es heute schwieriger sei, Risiken zu prognostizieren als vor drei Jahren, und 46 Prozent gehen von einem weiteren Anstieg der Schwierigkeiten in den nächsten Jahren aus. Die größten Herausforderungen für Unternehmen bei der Vorhersage sind der Studie zufolge die Integration von Risiko- und Prognosedaten in strategische Entscheidungen und die Schwierigkeit, relevante Daten aus dem Unternehmen zu erkennen. Die Kooperation von FP&A und Risikomanagement könnte in den meisten Unternehmen besser sein. Nur in einem Fünftel der Unternehmen gibt es eine enge Zusammenarbeit der beiden Bereiche. Die AFP hat eine Checkliste zum risikoadjustierten Forecasting erarbeitet, mit deren Hilfe sich Unternehmen auf Risiken und Unsicherheiten vorbereiten können. PAUSCHALE AUSSAGE NICHT MÖGLICH Was bringt die Clearingpflicht? ó Die Clearingpflicht für OTC-Derivate rückt näher. Hintergrund ist die oft unzureichende Transparenz dieser außerbörslich („over the counter“, otc) gehandelten Instrumente. Die EU hat mit der EMIR-Verordnung Regeln aufgestellt, um die Transparenz von Derivatekontrakten zu erhöhen und Risiken zu verringern. Aber auch mehr als zwei Jahre nach der Veröffentlichung der Verordnung steht das Startdatum der Clearingpflicht noch nicht fest. In einer Analyse haben die Unternehmensberater von Beckmann & Partner jetzt die Kosten- und Wertetreiber einmal durchleuchtet. Fazit: Eine pauschale Aussage, ob das Clearing mehr Vor- oder Nachteile bringt, ist nicht zu treffen. Für die Kreditinstitute ergäben sich beträchtliche Einsparmöglichkeiten durch gut geplante Vorgehensweisen; bei überstürzten oder zu pauschalen Vorgehensweisen bestehe jedoch die Gefahr, signifikante Kosten zu generieren, heißt es in der Zusammenfassung. Ob die Risiken reduziert, verlagert oder erhöht werden, stehe nicht fest. Durch die Einführung der CCPs und von Clearing Brokern würden Liquidität und Risiko konzentriert (Klumpenrisiko). Deutlich sei aber, so die Analyse, dass die zentralen Kontrahenten eine wichtige Rolle im Finanzmarkt spielen und deshalb streng reguliert und beaufsichtigt werden müssten. 1.2015 diebank 7

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